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Ostdeutsche Leben (1/4) „Kinderreich“ Von Simone Trieder

Es kommt, wie es kommt, sagte sich das Ehepaar Heine aus Halle an der Saale bei jedem Kind: Es wurden sieben Söhne und zwei Töchter. Vater und Mutter waren voll berufstätig – trotzdem hatten sie den Alltag im Griff. Wie das ging? An Patenonkel Walter Ulbricht lag es jedenfalls nicht.

Die DDR nannte sich gern ein „kinderfreundliches Land“. In den Kommunen gab es Referate für Kinderreiche, die regelmäßig über das Ergehen „ihrer“ Großfamilien nach oben zu berichten hatten.

Vater und Mutter Heine erwarteten von der Außenwelt vor allem zweierlei: eine geräumige Wohnung – und von den Nachbarn nicht als „asozial“ abgestempelt zu werden. Für alles andere standen sie selbst ein. Alle Kinder haben einen Beruf gelernt. Dirk, Sohn Nummer sechs, machte Abitur – und sollte dafür Berufsoffizier werden.

Dirk war auch Ulbrichts „Patensohn“. Er bekam eine schöne Urkunde, 100 Mark auf ein Sperrkonto und ein „Epapa“ – ein Ehrenschaftspatenpaket – mit Bettwäsche und fünf Strumpfhosen.

Manuskript PDF

„Kinderreich“ Von Simone Trieder

Regie: Claudia Kattanek
Es sprach: Claudia Mischke
Ton und Technik: Christoph Rieseberg und Katharina Lueg
Redaktion: Ulrike Bajohr
Produktion: Dlf 2019

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