Perlentaucher: V.A. „Mogadisco – Dancing Mogadishu (Somalia 1972-1991)“ / Analog Africa
Mit der Compilation „Mogadisco – Dancing Mogadishu (Somalia 1972-1991)“ ist Ben Redjef vom Label Analog Africa wieder eine musikarchäologische Glanzleistung gelungen, schreibt Philip Sherburne auf Pitchfork. Grundlage für diese Hebung bilden die Archivbänder von Radio Mogadishu.
MOGADISCO – Dancing Mogadishu 1972 – 1991 from Analog Africa on Vimeo.
„Das beste Material, auf das man hier stößt, klingt wie nichts anders sonst. ‚Hoobeya‘ von Shimaali & Killer lässt den im Ruf-und-Antwort-Stil gehaltenen Gesang durch einen blechernen Halleffekt laufen und bettet sie in eine Reggae-Gitarre und eine verführerische Drum-Machine ein. ‚Sirmaqabe‘ von der Iftin Band verbindet spacige Synthesizer mit einem Spaghetti–Western–Tang und einem Schlagzeugspiel wie klappernde Hufe. Beide Stücke unterstreichen doppelt, dass trennende Linien, seien sie nun geografischer oder musikalischer Natur, völlig imaginär sind. Die traurige Ironie besteht darin, dass das weitere Schicksal dieser Musiker, die der Starrheit von Grenzen so entgegenstanden, von den Launen der Kartenmacher bestimmt wurde.“ © Text. Efeu / Perlentaucher 15.1.2020