Musiktipps

„Profane Dinosaurier“ Der Dokumentarfilm »Freakscene« über die Noise-Pop-Band Dinosaur Jr.

Im Dokumentarfilm »Freakscene« über Dinosaur Jr. geht es weder nostalgisch zu, noch werden die Musiker als Helden ­inszeniert – vielmehr nutzt »Freakscene« Nebensächlichkeiten, um die Band­geschichte zu erhellen. Von Erik Hanzlicek.

Am Anfang steht das weiße Rauschen. Im Hintergrund hallen Feedback-Schnipsel, langsam erscheint das aus einem fahrenden Auto aufgenommene Bild, das eine verschneite Winterlandschaft zeigt. Eine verschlafen wirkende Stimme aus dem Off spricht über das Verhältnis zur Vergangenheit. Diese Stimme gehört J Mascis, dem Sänger der Band Dinosaur Jr., um die der Dokumentarfilm »Freakscene« von Philipp Reichenheim (dem Sohn der Lebensgefährtin von Mascis) kreist. Mascis äußert den Gedanken, dass er sich nicht erinnern könne, wie es sich in der Vergangenheit angefühlt hat. Nostalgie und Retromanie, das wird schon am Anfang deutlich, wird man in diesem kleinen, unaufgeregten Film nur sehr schwer finden.

Dinosaur Jr. waren eine der wichtigsten Noise-(Pop-)Bands der achtziger und neunziger Jahre und stammten aus dem Zirkel des mittlerweile sagenumwobenen Labels SST, auf dem unter anderem Sonic Youth, Hüsker Dü und Minutemen veröffentlichten und das prägend für den Gitarren-Underground der Achtziger war. Der Film zeichnet über zeitgenössische (Film-)Dokumente und Interviews mit Freunden und Angehörigen der Szene die Entwicklung der Band nach.



© JungleWorld, Dschungel, 2.9.2021

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert