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Queens Of The Stone Age „Die etwas andere Rockband“

Die amerikanische Band Queens Of The Stone Age veröffentlicht ihre Alben auf winzigen Indie-Labels und erzielt trotzdem Millionenumsätze. Mastermind Josh Homme erklärt, wie er die Band seit 21 Jahren und sechs Alben auf Kurs hält – und wie die Hitmaschine zu den passionierten Anti-Stars passt.

Von Marcel Anders

Nie stehen bleiben und nie berechenbar sein

München im Juni 2017: In der bayerischen Landeshauptstadt steigt das alljährliche Filmfest. Ein zweiwöchiger Event, bei dem 150 Filme aus 60 Ländern gezeigt werden und der sich offensichtlich großer Beliebtheit unter Regisseuren, Vertrieben und Medienvertretern erfreut. Der Andrang im Festivalzentrum Gasteig ist riesig und unter den Gästen tummeln sich u.a. Sofia Coppola, Fatih Akin und Josh Homme. Ein Baum von einem Kerl mit großflächigen Tattoos und roter Elvis-Tolle, der für den erkrankten Iggy Pop einspringt. In dessen Dokumentation „American Valhalla“ spielt Homme eine zentrale Rolle: Er ist Co-Produzent und Co-Autor von Pops letztem Album „Post-Punk-Depression“, dessen Entstehungsgeschichte in Bild und Ton festgehalten wurde – und in München Deutschland-Premiere feiert.

Normaler Weise ist Josh Homme kein Freund von Preisverleihungen und Blitzlichtgewittern. Heute schreitet er sogar über den roten Teppich, lächelt in jede Kamera und macht gute Miene zum medialen Spiel – mit Designer-Klamotten, gegeltem Haar und Hollywood-Lächeln. Im Nobelhotel Bayrischer Hof residiert er in der Thomas Gottschalk-Suite. Die Bilder des Talkmasters hängt er ab: Zwar kennt er Gottschalk nicht, aber dem Promi-Kult kann er prinzipiell nichts abgewinnen.

Nach zwei Tagen Kino-Rummel genießt er es dann umso mehr, endlich über sein neues Album „Villains“ zu reden – sein mittlerweile siebtes, das wieder ganz anders klingt als seine Vorgänger. Das ist Teil von Hommes Anspruch und Konzept: Nie stehen zu bleiben und nie berechenbar zu sein…

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© Deutschlandfunk, Rock et cetera, 27.8.2017

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