Radiotipps für den 18.1.2026
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
00:03 Uhr Bayern 2 Radiojazznacht
Klassiker, neue Alben und Live-Musik
Mit Ssirus W. Pakzad
0:05 Uhr Ö1 Jazznacht
Maja Jaku über „Blessed and Bewitched“
Sängerin Maja Jaku im Gespräch; Ancient To The Future beim Jazzfestival Saalfelden 2025
In der Konzertschiene der Ö1 Jazznacht steht ein Mitschnitt vom Jazzfestival Saalfelden 2025 auf dem Programm: Am 24. August vergangenen Jahres gastierte das Quartett Ancient To The Future um den Chicagoer Schlagzeuger Hamid Drake auf der Hauptbühne im Congress Saalfelden. Drakes Trommelklänge trafen auf traditionelle marokkanische Gnawa-Musik, von seinem langjährigen künstlerischen Partner Majid Bekkas auf der Gimbri (ein lautenähnliches, dreisaitiges Instrument aus Nordafrika) meisterlich dargeboten, verwoben mit Xhosa Coles Saxofon- und Flötenklängen, klangstark unterstützt von der in Brooklyn lebenden Jazz- und Rockgitarristin Ava Mendoza. Im Mittelpunkt stand dabei das Motto „Ancient to the Future“ (auch Titel eines 1987 vorgelegten Albums) des Art Ensemble of Chicago. Es geht dabei um die Auseinandersetzung mit der „Great Black Music“ und davon ausgehend um die Entdeckung musikalischen Neulands. So zu hören auch beim Quartett Ancient To The Future in Saalfelden.
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Neue Musik
„Klängen verdanke ich mein Dasein“ Morton Feldman zum 100. Geburtstag. Von Egbert Hiller
„Leinwände der Zeit“ nannte Morton Feldman seine Kompositionen. Jenseits von Expressivität und Rhetorik fasste er Klänge als ureigene Wesen auf – und er verknüpfte sie zu einer Musik der magischen Klangzustände. Vor 100 Jahren wurde Morton Feldman in New York geboren. Zusammen mit John Cage, Earle Brown und Christian Wolff wird er zur „New York School“ gerechnet, die sich in den 1950er/60er-Jahren von der europäischen Avantgarde und deren Konzentration auf strenge Formen und vorgeprägte Strukturen abwandte. Sie begründete eine eigene „Tradition“ und strahlte ihrerseits stark auf Europa aus. Inspirieren ließ sich Feldman auch von der „Bildenden Kunst“, zumal von Malern des „Abstrakten Expressionismus“: Philip Guston, Mark Rothko oder Franz Kline. In Anlehnung an Kline definierte Feldman den Klangraum durch das „Schwarz“ der Töne und das „Weiß“ der Stille, der Abwesenheit von Tönen. Statt zu „komponieren“, schwebte ihm vor, „Klänge in die Zeit zu projizieren“.
13:30 Uhr Deutschlandfunk Zwischentöne
Musik und Fragen zur Person: Der frühere Grünen-Politiker Lukas Beckmann im Gespräch mit Marietta Schwarz
Lukas Beckmann hat die Grünen mitgegründet, arbeitete unter anderem eng mit Joseph Beuys zusammen und war Sprecher der Partei. Heute berät er Stiftungen und Vereine und blickt auch schon mal mit Befremden auf die politische Kultur – auch seiner Partei. Wir müssen nicht nur fordern, sagt er, sondern erstmal die Wirklichkeit beschreiben, wie sie ist.
14:04 Uhr SWR Kultur Feature
Die drei Leben der Connie Converse – Die Frau, die den Folk erfand und verschwand
Von Monika Kursawe (Produktion: SWR/ORF/RB 2024)
Was für eine Stimme! Was für abgefeimte Melodiebögen! Und erst die Texte: böse, durchtrieben, feministisch, witzig und poetisch. Als Connie Converse in den frühen 50er-Jahren nach NYC kam, brachte sie Songs mit, die den Folk hätten verändern können. Sie spielte sie auf „listening parties“ vor ergriffenem Publikum – trat sogar im Fernsehen auf – einen Plattenvertrag bekam sie jedoch nie.
15:00 Uhr radio 3 Die Hörbiografie
Franz Schubert: Die Liebe liebt das Wandern
Jetzt lebe ich einmal! (1817-1818) Eine Hörbiografie von Jörg Handstein (3/9)
Wer war Franz Schubert? Der liebe „Schwammerl“ dem wundersam die schönsten Melodien entströmen – oder der „Fremdling überall“, der eine moderne „Gebrochenheit“ ins Werk setzt? Befragt man alle verfügbaren Quellen, lässt sich ein weit facettenreicheres Bild entwerfen. Genau dies tut die Hörbiografie von Jörg Handstein. Der Schubert, den der österreichische Schauspieler und Rockmusiker Robert Stadlober blendend verkörpert, sprengt die Klischees: Zielstrebig und streitbar, vielseitig interessiert und nachdenklich, setzt er einer Zeit kultureller und politischer Erstarrung große und kühne Kunst entgegen. Von den ersten Liedern bis zu den visionären Instrumentalwerken geht er einen langen, verschlungenen Weg.
15:04 Uhr WDR 3 Kulturfeature
Von der Poesie des Abschieds – Gespräche mit Julian Barnes. Von Thomas David
Julian Barnes gehört zu den großen europäischen Erzählern. Elegant hat er die Gattungsgrenzen des Romans verschoben, um existenzielle Fragen zu erkunden. Am 19. Januar wird der englische Schriftsteller Julian Barnes achtzig Jahre alt.
15:05 Uhr Deutschlandfunk Rock et cetera
„Der Leisetreter“ Editors-Frontmann Tom Smith auf Solo-Pfaden. Von Marcel Anders
Vom Indie-Rocker zum Singer-Songwriter: melancholisches Debüt des 44-jährigen Briten für lange Winternächte.
Die letzten Alben der britischen Indie Rock-Band Editors flirteten mit harscher Electronica. Jetzt präsentiert sich Frontmann Tom Smith als klassischer Singer-Songwriter, als Gegenpol zur musikalischen Ausrichtung seiner Band – auch inhaltlich. Dabei setzt der 44-Jährige auf ruhige Akustik-Töne, die er mit Gitarre und Klavier, Trompete oder Streichern anschlägt. Die zehn Stücke seines Solo-Debüts „There is nothing in the dark that isn´t there in the light“ drehen sich um erste Liebe, frühe Tour-Impressionen und die Geburten seiner beiden Söhne. Der Musiker aus der Nähe von Birmingham lässt hier die letzten Jahre Revue passieren und konstatiert mit Melancholie und unterschwelligem Bedauern, dass sich das Erlebte nie wiederholen wird. Sanftes und Leises mit Tiefgang – perfekt für lange Winternächte.
15:05 Uhr Bayern 2 Hörspiel
„Das Imperium des Schönen“ von Nis-Momme Stockmann
Komposition: Jakob Böttcher Regie: Oliver Sturm BR 2022
Culture Clash in Japan: Zwei Paare machen zusammen Urlaub in Tokio – doch in der Fremde prallen die unterschiedlichen Lebensentwürfe aufeinander. Der Kampf ums eigene Wertesystem beginnt – und keiner kann gewinnen.
17:00 Uhr ByteFM Schliemanns Soundbox mit Gregor Kessler
Aliens In Our Midst: RIP Erich von Däniken
Vom Koch zum Bestsellerautor, ganz ohne Rezepte. Muss man auch erst mal schaffen. Der Schweizer Erich von Däniken schrieb über Paläoastronautik, Inka-Reliefs und peruanische Ufo-Landebahnen und erreichte damit ein Millionenpublikum. Im Mittelpunkt seiner fantasiebetonten Forschungen: Außerirdische. Während von Däniken sich Anfang der 80er in Talkshows über deren Rolle in der Menschheitsgeschichte auslassen durfte, war sein Topos in der Popmusik längst angekommen. Das Fremde als Sehnsuchtsort in einer feindlichen Gesellschaft, der Alien als sozialer Gegenentwurf – von afrofuturistischem Jazz bis zu nihilistischem Punk arbeiteten sich diverse Genres, Musiker*innen und Bands daran ab, wie dieser musikalische Nachruf auf den just verstorbenen Erich von Däniken zeigt.
17:00 Uhr radio 3 Das Gespräch
„Das Leben ist politisch!“ Die Theaterpädagogin Hülya Karçi im Gespräch
Am Mikrofon: Katrin Heise
Ob Theater mit Demenzerkrankten, Aufführungen in Nachbarschaftszentren oder ein Projekt an dem sich eine migrantische Familie mit einem behinderten Kind beteiligt – die Theaterpädagogin Hülya Karçi empfindet ihre Arbeit als politisch. Denn ihr geht es darum, das Miteinander der Menschen und ihr Interesse aneinander zu stärken, weil sie beobachtet, dass dies in der Gesellschaft zunehmend verloren geht.
17:00 Uhr HR 2 Menschen und ihre Musik
„Musik ist die erste Sprache zwischen Mutter und Kind.“ – der Dirigent Kent Nagano
Aufgewachsen ist der Amerikaner mit japanischen Wurzeln in Kalifornien auf einer Farm, ohne Fernsehen, Kino und Stereoanlage. Stattdessen gab es ein Klavier. Und darauf wurde Hausmusik gemacht. Dies hat Nagano bis heute nachhaltig geprägt.
18:00 Uhr HR 2 Feature
„Wenn ich mir was wünschen dürfte…“ von Karin Köbernick
riedrich Hollaender war mit vielen Begabungen gesegnet und wusste sie auch weidlich einzusetzen: Er war Komponist und Textdichter, er war Regisseur und Pianist.
18:20 Uhr SWR Kultur Hörspiel
„Tod. Traum. Liebe2 Von Manuela Reichart
Regie: Ulrich Lampen (Produktion: SWR 2023)
Eine Frau besucht ihren Ex-Geliebten am Sterbebett. Sie ist erschüttert. Will sie zum Abschied ihn wirklich noch küssen? Sie hatten eine Liebe nach der Liebe gefunden und jetzt, auch nach dem Tod, ist er immer noch da.
Was als klassisches, vielfach durchgespieltes Requiem auf eine vergangene Liebe beginnt, wird bei Manuela Reichart zu einem der Traumlogik folgenden Szenario über die Liebe von Mann und Frau, zu einem multiperspektivischen Spiel, was könnte denn die eigene Wahrheit im Kampf der Geschlechter sein? Und – was hat all das mit Rumpelstilzchen zu tun?
18:30 Uhr Deutschlandfunk Hörspiel
Der Gebrauch des Menschen (2/2) Nach dem Roman von Aleksandar Tišma
Übersetzung aus dem Serbischen: Barbara Antkowiak
Bearbeitung und Regie: Stefan Kanis
Komposition: Tommy Neuwirth, Mario Weise
Bearbeitung (Musik): Michael Hinze
Ton und Technik: André Lüer, Christian Grund
MDR/NDR 2025
Nach der Befreiung kehrt Vera in ihre Heimat zurück. Doch die Nachkriegszeit bringt keine Heilung: Zwischen der Erinnerung an Auschwitz, gesellschaftlicher Verdrängung und neuen politischen Zwängen bleibt die Frage offen, welchen Sinn das Überleben hat.
19:00 Uhr HR 2 hr-Bigband
Beats’n’Brass
hr-Bigband feat. Butcher Brown cond. by David Hveem, 56. Deutsches Jazzfestival Frankfurt, hr-Sendesaal, Oktober 2025
19:04 Uhr SWR Kultur Big Time Jazz – die SWR Big Band
Samuel Restles BigBand beim Jazzpreisträgerkonzert Baden-Württemberg
Von Henry Altmann
19:45 Uhr Ö1 Konzert
Schönberg, Nono, die Ardittis und andere Dialoge
Das legendäre Streichquartett feiert verspätet sein Goldenes Jubiläum bei Wien Modern 2025 (4). Zum Finale: Luigi Nonos großer Quartett-Klassiker, Zwiegespräche von Hilda Paredes – und Schönbergs „luft von anderem planeten“
20:00 Uhr Deutschlandfunk Kultur Konzert
Ultraschall Berlin – Festival für neue Musik
Live aus dem Großen Sendesaal des rbb
Hannah Kendall: „Disillusioned Dreamer“ für Orchester
Mirela Ivičević: „Überlala. Song of Million Paths“ für Violine und Orchester
Brett Dean: „Nocturnes and Night Rides“ für Orchester
Ilya Gringolts, Violine; Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Leitung: Giedrė Šlekytė
20:00 Uhr ByteFM Neuland mit Patrick Ziegelmüller
Familienbanden
Nicholas Galanin kommt als Alaska und veröffentlichte bisher Musik als Silver Jackson sowie Indian Agent. Er ist außerdem zusammen mit Shabazz Palaces und THEESatisfaction Teil des Kunstkollektivs Black Constellation. Als Ya Tseen tritt Galanin nun musikalisch erneut in Erscheinung und mit „Stand On My Shoulders“ gibt es ein erstes Album. Die Songs kommen wie ein Fiebertraum daher: Opulente Streicher werden von Handclaps begleitet, vereinzelt eingestreute Synthie-Tupfer deuten Melodien an, das Schlagzeug holpert hinterher und die Stimmen halten alles zusammen. Für das Album hat er eine ganze Reihe von Gästen dabei: Die Familienbande von Portugal. The Man, Meshell Ndegeocello, Dreamcastmoe, Anel Figueroa, Jahon Mikal, Pink Siifu, Sidibe, Hanna Ben und Ashley Young sorgen für zusätzliche Vielfalt. Außerdem gibt es neue Musik von Amanda Bergman, Sassy 009, Naked Lunch, Sleaford Mods, Barry Adamson, Agassi, Julianna Barwick & Mary Lattimore, Shaking Hand, Jana Horn sowie eine ausführliche Vorstellung von „Wenn es Liebe ist“, unserem Album der Woche von Die Sterne.
20:00 Uhr HR 2 Konzertsaal
50. Lauterbacher Pfingstmusiktage – Voces8: „Love Endureth“
Atemberaubend reine Harmonien, höchste musikalische Präzision und eine einzigartige Konzertatmosphäre – das britische Vokalensemble „Voces8“ hat sich weltweit einen Namen gemacht. Mit „Love Endureth“ (was so viel heißt wie „Die Liebe hat Bestand“) spannen die fünf Sänger und drei Sängerinnen einen weiten Bogen von Werken des 16. Jahrhunderts bis zu zeitgenössischen Kompositionen.
(Aufnahme vom 18. Mai 2024 aus der Stadtkirche)
20:03 Uhr WDR 3 Konzert live
KLAENG Festival 2025: Vier Konzerte, vier Musikwelten
Die britische Folk-Newcomerin Maddie Ashman begeisterte mit einer Kombination aus Gesang und Loops, die ihre Spannung durch bewusst verstimmte Klaviersaiten bekam. Das Septett Lanaya aus Burkina Faso sorgte für einen enormen Rhythmus-Schub und eine fast besinnliche Stimmung erzeugte das Gamben-Cembalo-Duo Byrne und Albach im Kölner Stadtgarten. Ein Abend voller klanglicher Gegensätze.
20:03 Uhr Bayern 2 Radiofeature
Alle laufen weg. Einer fällt hin (1/2)
Drogensüchtige Jugendliche in Therapie. Von Klaus Schirmer
DLF/SWR 2025
2009 haben die Jugendlichen Altaf, Paul und Erik nur noch eine Chance: Auf einem Therapiebauernhof versuchen sie von Drogen wegzukommen und ihre kriminellen Karrieren hinter sich zu lassen. Von der Großstadt aufs Land. Von Nachtleben, Rumhängen, Schule schwänzen zum durchgetakteten Tagesablauf ab sechs Uhr morgens bis zehn Uhr abends. Von der Kriminalität zur therapeutischen Maßnahme und vom Hoch- zum Nullkonsum. Im ersten Teil des Features begleiten wir die drei Teenager im Jahr 2009 bei der Stallarbeit, beim Lauftraining und bei Konflikten, die auch in diesem geschützten Raum nicht ausbleiben. Im zweiten Teil, eine Woche später, geht es darum, was aus den Jugendlichen 15 Jahren später wird.
20:05 Uhr Deutschlandfunk Feature
„Unsere Asche wird weiter brennen“ Lübeck und der tödlichste Brandanschlag der 1990er-Jahre
Von Steffi Wassermann und Erika Harzer
Regie: Beatrix Ackers Mit: Monika Oschek
Ton und Technik: Michael Kube
Dramaturgie: Katrin Moll und Julia Illmer
Deutschlandfunk Kultur, 2025
Am 18. Januar 1996 starben sieben Kinder und drei Erwachsene bei einem Brandanschlag auf eine Unterkunft für Geflüchtete in Lübeck. Für die Tat wurde nie jemand verurteilt. Was bedeutet das 30 Jahre später für die Betroffenen und für die Stadt?
21:05 Uhr Deutschlandfunk Konzertdokument der Woche
Kammermusikfest Spannungen 2025
Leoš Janáček: Concertino für Klavier, 2 Violinen, Viola, Klarinette, Horn und Fagott
Donghoon Shin: „Winter Sonata“ für Violine und Klavier (UA)
Iannis Xenakis: „Kottos“ für Violoncello solo
Ludwig van Beethoven: Quartett für 2 Violinen, Viola und Violoncello a-Moll, op. 132
Leif Ove Andsnes, Klavier
Zoltán Fejérvári, Klavier
Sharon Kam, Klarinette
Pablo Neva Collazo, Horn
Rie Koyama, Fagott
Antje Weithaas, Violine
Christian Tetzlaff, Violine
Gustav Rivinius, Violoncello u.a.
Aufnahme vom 20.6.2025 aus dem Kraftwerk Heimbach
Am Mikrofon: Sylvia Systermans
Ein Igel, der vergeblich in seinen Bau gelangen will, ein Eichhörnchen, das in einem Käfig um sich selbst kreist: In seinem Concertino erinnert Leoš Janáček an frühe Begegnungen mit Tieren. Der diesjährige Composer in residence von Spannungen, Donghoon Shin, schrieb seine Winter-Sonate in der dunklen Jahreszeit. Aber auch die bedrohliche Weltlage spiegelt sich im Auftragswerk für Violine und Klavier des koreanischen Komponisten. Heroische Gesten und die Tonart c-Moll huldigen seinem Vorbild Beethoven. Die tröstende Botschaft im apotheotischen Finale: Bedrohung und Schmerz können bewältigt werden. Iannis Xenakis verarbeitete in „Kottos“ erlebten Kriegsschrecken, etwa wenn das Violoncello mit manischen Glissandi Tiefflieger und Bombenhagel hörbar macht. Von Trost und Dankbarkeit handelt schließlich das späte Streichquartett a-Moll op.132 von Ludwig van Beethoven.
21:30 Uhr NDRKultur Das Konzert
Jubilare der neuen Musik: Helmut Lachenmann und György Kurtág
György Kurtág: Kafka-Fragmente für Sopran und Violine
Johanna Vargas, Sopran
Ilya Gringolts, Violine
Aufzeichnung vom 9.12.2024 im Kleinen Saal der Elbphilharmonie in Hamburg
Helmut Lachenmann: Marche fatale (Orchesterfassung)
Unsuk Chin: Graffiti
Helmut Lachenmann: Concertini
Ensemble Modern
Ltg.: Sylvain Cambreling
Aufzeichnung vom 29.11.2025 im Großen Saal der Elbphilharmonie in Hamburg
22:03 SWR Kultur NOWJazz
Experiment und Emotion – Die Saxofonistin Sakina Abdou
Von Odilo Clausnitzer
Wenn sie allein frei improvisiert, dann kann es zärtlich klingen und fordernd, abstrakt und ganz greifbar. Ihr Saxofon vibriert in mächtigen Doppelklängen oder flüstert vertraulich, und bei aller handwerklichen Kontrolle ist ein Zug von Leidenschaft in ihrem Spiel spürbar. Für Sakina Abdou, die nigerianisch-französische Saxofonistin aus Lille, war das Solospiel auf dem Tenor eine Entdeckungsreise zu sich selbst. Dabei musste sie sich von vielen Regeln aus ihrem Musikstudium (Alte Musik/Blockflöte, klassisches Saxofon und Jazz) emanzipieren.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Literatur
„Athleten der Uneigentlichkeit“ Hochstapler in der Literatur. Von Konstantin Schönfelder
Lügen machen dem Hochstapler keine kurzen Beine, mit ihnen feiert er glänzende Erfolge!
23:03 Uhr SWR Kultur Essay
Ein Schal aus Worten – Ein Brief über verlorene Unschuld und die Wehrpflicht
Von Artur Weigandt
Artur Weigandt, 1994 im kasachischen Uspenka geboren, studierte Ästhetik in Frankfurt am Main und absolvierte die Deutsche Journalistenschule. Er verbrachte längere Zeit in Prag, Kyiv und Tbilissi. 2023 erschien bei Hanser Berlin sein Debüt Die Verräter. Im selben Jahr nahm er als Dolmetscher an der Ausbildung ukrainischer Soldaten am Leopard 1 in Deutschland teil.
23:03 Uhr WDR 3 Studio Neue Musik
Reibungen von Kunst und Wissenschaft – der Komponist Franco Evangelisti
Vor 100 Jahren, am 26. Januar 1926 kommt Franco Evangelisti in Rom zur Welt. Nach dem Krieg geht er nach Deutschland, studiert in Freiburg und entscheidet sich – vorerst – für die Avantgarde und die besonders in Köln gepflegte Elektronische Musik.
Evangelisti denkt kompromisslos, spricht von „traumatischen Benutzungen von Instrumenten“. Viele Werke für Instrumente schreibt er dennoch – um in den frühen 1960er Jahren das Komponieren für lange Zeit einzustellen. Zum 100-jährigen Jubiläum zeichnet das Studio Neue Musik die außergewöhnlichen Wege Evangelistis nach.
Franco Evangelisti: Aleatorio für Streichquartett (1959)
La Salle Quartett
Franco Evangelisti: Random or not Random, appunti degli anni 1957-1962 für Orchester (1962)
Orchestra Sinfonica Siciliana, Leitung: Gabriele Ferro
Franco Evangelisti: Quattro fattoriale (4!), piccoli pezzi per violino e pianoforte (1954-1955)
Aloys Kontarsky (Klavier), Wolfgang Marschner (Violine)
Franco Evangelisti: Incontri di fasce sonore. Elektronische Komposition (1956-1957)
Gruppo Di Improvvisazione Nuova Consonanza: … E Poi? für Ensemble (1969)
Gruppo Di Improvvisazione Nuova Consonanza
Franco Evangelisti: Die Schachtel. Environment für Musiker, Performer, Raum, Video, Licht und Elektronik Musik (1962/63)
Solistenensemble des Orchesters der Münchener Kammeroper, Leitung: Eberhard Schoener
Franco Evangelisti: Campi integrati n.2 für neun Instrumente (1959-1979)
Gruppo Spettro Sonore, Leitung: Luca Pfaff