Radiotipps für den 6.12.2025
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Lange Nacht
Die „Sphinx von Delft“. Eine Lange Nacht über den Maler Johannes Vermeer
Autorin: Berit Hempel Regie: Jan Tengeler
Für seine Geburtsstadt Delft ist Johannes Vermeer ein Touristenmagnet, nicht nur wegen des berühmten Mädchens mit dem Perlenohrring. Der Protestant Johannes Vermeer wurde 1632 in Delft geboren und verbrachte dort bis zu seinem Tod 1675 die meiste Zeit seines Lebens. Auch wenn das Haus nicht mehr steht, in dem der Künstler lebte, hat er seine Spuren hinterlassen zwischen schmalen Grachten, engen Gassen und auf dem weiten Marktplatz. Weniger als 40 seiner Gemälde sind erhalten, Skizzen existieren nicht, wer ihn ausbildete, weiß niemand. Er gilt auch als die Sphinx von Delft, weil so wenig über ihn bekannt ist. Und doch gibt es viel über ihn zu erzählen – über seine einzigartigen Gemälde, seine Zeit im niederländischen Delft, über falsche Zuschreibungen, Suchgräben im Ölgemälde, übermalte Motive. Manche Geschichten gleichen einem Krimi, in dem eine Schmutzschicht zur Lösung eines Rätsels beiträgt. Was er selbst zu erzählen hatte, erzählte er in seinen unnachahmlichen Gemälden. Musizieren wird zum Liebensbekenntnis, Prostituierte werden bei der Kupplerin bezahlt. Besondere Bedeutung maß der Künstler dem Licht bei. Der Sonnenschein spiegelt sich bei ihm in Perlen und Gläsern. Im Laufe der Jahrhunderte kann sich die Interpretation eines Bildes auch völlig ändern, indem in seinem Hintergrund ein neues Motiv auftaucht. Beim „Brieflesenden Mädchen am offenen Fenster“ wurde vor wenigen Jahren ein Liebesgott freigelegt, der von einer fremden Person übermalt worden war und der den Text in den Händen des Mädchens in einen Liebesbrief verwandelte. Leben und Werk von Vermeer sind Stoff für Bücher, Filme – und für Lange Nächte.
14:00 Uhr Ö1 Hörspiel
„Verräter“ von Lisa Wentz
Dass die junge Jo sich ausgerechnet in eine Frau verliebt hat, darf nicht sein im Dorf, in dem sie mit ihrer Mutter lebt. Ein Priester soll sie in regelmäßigen Gesprächen auf den „rechten Weg“ zurückbringen. Da macht Jo ganz unerwartet eine Entdeckung, nach der nichts mehr so sein kann wie bisher.
Mit ihrem Stück „Adern“ ist die junge Tiroler Autorin Lisa Wentz schlagartig berühmt worden; zahlreiche Preise zeugen von ihrer hohen Kunst der Dramatik. So wurde sie u.a. auch mit dem Retzhofer Dramapreis und dem Nestroy für das beste Stück ausgezeichnet. Das Burgtheater und das Theater in der Josefstadt zählen zu jenen Bühnen, die ihre Stücke aufgeführt haben. „Verräter“ ist das Hörspieldebüt von Lisa Wentz.
Musik: Frajo Köhle. Regie: Martin Sailer (ORF Tirol, 2025)
17:00 Uhr radio 3 Unser Leben
Zwischen Glücksfund und Gerümpel: Aus der Welt des Sammelns
Warum sammeln Kinder und auch manche Erwachsene gerne Steine, Modelleisenbahnen oder Weihnachtsdeko? Was tun, wenn man zu viel gesammelt hat und sich davon nicht lösen kann? Wie startet man eine Müllsammel-Initiative?
18:00 radio 3 Orte und Worte
Mit Lisa Kränzler zwischen Atelier und Auto
Lisa Kränzler malt und schreibt, das eine ist bei ihr nicht ohne das andere zu denken. Maler-Dichter nennt sich die Wahl-Dresdenerin deshalb. Überhaupt: Eine Trennung von Kunst und Leben ist für Lisa Kränzler nicht vorstellbar. In ihrem neuesten Roman „Individualverkehr“ erzählt sie von der Künstlerin K, die durch einen Führerscheinentzug aus ihren geliebten Routinen gerissen wird.
18:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Feature
Alle laufen weg. Einer fällt hin. (1/2). Von Klaus Schirmer
Regie: Friederike Wigger Mit: Verena Jost und dem Autor
Ton: Lukas Wilke Deutschlandfunk/SWR 2025 (Ursendung)
2009 gab es für die Teenager Altaf, Paul und Erik nur einen Ausweg aus Kriminalität und Drogen. Weit weg von der Großstadt sollten sie auf einem Therapiebauernhof wieder zu sich finden. Der Autor hat sie damals begleitet und 2025 wiedergetroffen.
19:00 Uhr HR 2 Blues’n’Roots
Zwischen Bluesrock-Wurzeln und Mut zum Neuen – Devon Allmans „The Blues Summit“ | Neuanfang nach Zwangspause – Larry McCray mit „Heartbreak City“ | Hat noch lange nicht fertig: Buddy Guy „Ain’t Done With The Blues“ | Enkelgeneration am Start: Connor Selby mit „The Truth Comes Out Eventually“
19:05 Uhr Bayern 2 Zündfunk
Tiefergelegt: So gut klingt Stoner Rock! Ein Zündfunk-Playback von Florian Schairer und Martin Peter
Eine knappe Stunde voller Fuzz-Gitarren, tiefen, dröhnenden Bässen und was man sonst noch so an Zutaten braucht, um die Kiste einfach mal ein Stockwerk tiefer zu legen. Florian Schairer und Martin Peter erzählen Euch, um was es geht beim sogenannten „Stoner Rock“, machen klar, dass in Bayern die Band „Colour Haze“ seit 30 Jahren brummt und dröhnt und dass Stoner Rock keine reine „Männer-Musik“ ist, wie die Band „Windhand“ mit Frontfrau Dorthia Cottrell aus Richmond, Virginia beweist. Die volle Dröhnung in einer Stunde „Zündfunk-Playback“.
20:05 Uhr Deutschlandfunk Hörspiel
Auch wenn es dunkel ist. Berichte vom 7. Oktober. von Sharon On und Dirk Laucke
Regie: Sharon On und Dirk Laucke
Regieassistenz: Dirk Leyers
Mit Berichten von: Sivan, Hamid Abu Arar, Asaf, Ofek und Raz Liwny, Nivi Ochana,
Adi Miara, Amit Soussana, Eli Sharabi, Yowel Sharvit, eines Sprechers von ZAKA,
Sethuli Nissanka, Ricarda Louk, Natalia Casarotti-Kalfa
Sprecher*innen: Sarah Maria Sander, Ariel Nil Levy, Raschid Daniel Sidgi, Tomer Lev Tov. Kolja Podkowik, Sebastian Urzendowsky, Richard Barenberg, Jaron Löwenberg, Natascha Manthe, Natalie Piu Mukherjee, Lilou Smart, Elisabeth Degen, Þiir Eloðlu, Philipp Jacob, Levi Wessel
Ton: Peter Avar und Katrin Witt
Dramaturgie & Redaktion: Juliane Schmidt
Bei Recherche und Übersetzung halfen: Jaron Löwenberg, Tomer Lev-Tov, Shani
Arnheim, Hila Bitterman
Produktion: RBB 2025
Die Jury der Akademie der Darstellenden Künste benannte „Auch wenn es dunkel ist. Berichte vom 7. Oktober“ zum Hörspiel des Monats November 2025.
22:00 Uhr Bremen 2 Sounds in concert
women in (e)motion: Kristin Asbjørnsen
Mitschnitt vom 27. September 2025, Music Hall, Worpswede
Kristin Asbjørnsen gehört zu den großartigen Jazz-Sängerinnen, die Norwegen zu bieten hat. In der Music Hall Worpswede präsentierte sie viele ihrer neuen Songs, in denen sie erstmals auch auf Norwegisch singt.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Atelier neuer Musik
Produziert vom Deutschlandfunk (5) Dominik Susteck an der Orgel der Kunst-Station Sankt Peter in Köln
Von Ingo Dorfmüller
Mit dieser besonderen Orgel sollte man „in die Zukunft hören“ können: Dominik Susteck war der ideale Spieler dafür.
2004 wurde in der Kölner Kirche Sankt Peter eine neue Orgel geweiht. Peter Bares, einer der Visionäre des heutigen Orgelbaus, hatte sie entwickelt. Sie sollte dissonanzfähig sein und Ausweitungen ins Geräuschhafte erlauben. Dafür sorgen etwa Spielhilfen wie die Tastenfessel oder die stufenlose Winddrossel. Seither sind zahlreiche Kompositionen für diese Orgel entstanden, einige davon im Auftrag des Deutschlandfunks. Der entscheidende Akteur, der die neuen Möglichkeiten des Instruments zu entfesseln vermochte, war der junge hochbegabte Organist und Komponist Dominik Susteck (1977 in Bochum geboren), der hier fast eineinhalb Jahrzehnte umfassend wirkte. Dokumentiert ist diese besondere Verbindung zwischen Instrument und Spieler auf zahlreichen CDs. Auf diesen Einspielungen erweist sich das Orgelschaffen u.a. von György Ligeti, Hans-Joachim Hespos, Mauricio Kagel und Adriana Hölszky neu interpretiert.
23:00 Uhr ByteFM Antikörper mit Mark Kowarsch
So war 2025 – der Antikörper Jahresrückblick
Am Samstag 06. Dezember 2025 von 23 Uhr bis Mitternacht gibt es bei Antikörper auf ByteFM den Jahresrückblick 2025, Moderator Mark Kowarsch hat die besten Songs und die besten Alben des Jahres dabei. Freut euch auf Musik von The Bobby Lees, Moving Targets, Drug Stop, Hüsker Dü, Brausepöter, Cosmic Psychos, Knarf Rellöm Arkestra, The Wave Pictures, Die Cigaretten, Sleaford Mods, The Members, Grade 2, Dub Narcotic Sound System, Reverend Beat-Man & Milan Slick, The Lemonheads, White Trash Blues Band und Hedge Burners.
23:00 Uhr HR 2 The Artist’s Corner
„Mangelsdorff-Momente!“ 3 Hommage à Albert Mangelsdorff (1928-2005)
Er war eine der außergewöhnlichsten Stimmen Frankfurts: der Jazz-Posaunist Albert Mangelsdorff (1928-2005). Seinem Instrument entlockte er ungeahnte Zwischentöne und magische Mehrklänge, verzückte damit die internationale Szene und begeisterte sie mit weiteren Einfällen: solistisch und in vielen kleinen wie größeren Formationen.
23:00 Uhr radio 3 The Voice
„Björk“ Vor gut 30 Jahren hat die isländische Pop-Visionärin ihr Debutalbum „Debut“ herausgebracht. Seither ist kein Song von ihr erschienen, bei dem nicht nach wenigen Sekunden klar war, wer da hinterm Mikrofon steht.
23:03 Uhr SWR Kultur Musikstunde
Jazz global: Zithern im Jazzrausch. Mit Babette Michel
23:05 Uhr Deutschlandfunk Lange Nacht
Die „Sphinx von Delft“. Eine Lange Nacht über den Maler Johannes Vermeer
Autorin: Berit Hempel Regie: Jan Tengeler
Für seine Geburtsstadt Delft ist Johannes Vermeer ein Touristenmagnet, nicht nur wegen des berühmten Mädchens mit dem Perlenohrring. Der Protestant Johannes Vermeer wurde 1632 in Delft geboren und verbrachte dort bis zu seinem Tod 1675 die meiste Zeit seines Lebens. Auch wenn das Haus nicht mehr steht, in dem der Künstler lebte, hat er seine Spuren hinterlassen zwischen schmalen Grachten, engen Gassen und auf dem weiten Marktplatz. Weniger als 40 Gemälde von ihm sind erhalten, Skizzen existieren nicht, wer ihn ausbildete weiß niemand. Er gilt auch als die Sphinx von Delft, weil so wenig über ihn bekannt ist. Und doch gibt es viel über ihn zu erzählen – über seine einzigartigen Gemälde, seine Zeit im niederländischen Delft, über falsche Zuschreibungen Suchgräben im Ölgemälde, übermalte Motive. Manche Geschichten gleichen einem Krimi, in dem eine Schmutzschicht zur Lösung eines Rätsels beiträgt. Was er selbst zu erzählen hatte, erzählte er in seinen unnachahmlichen Gemälden. Musizieren wird zum Liebensbekenntnis, Prostituierte werden bei der Kupplerin bezahlt. Besondere Bedeutung maß der Künstler dem Licht bei. Der Sonnenschein spiegelt sich bei ihm in Perlen und Gläsern. Im Laufe der Jahrhunderte kann sich die Interpretation eines Bildes auch völlig ändern, indem in seinem Hintergrund ein neues Motiv auftaucht. Beim „Brieflesenden Mädchen am offenen Fenster“ wurde vor wenigen Jahren ein Liebesgott freigelegt, der von einer fremden Person übermalt worden war und der den Text in den Händen des Mädchens in einen Liebesbrief verwandelte. Leben und Werk von Vermeer sind Stoff für Bücher, Filme – und für Lange Nächte.