Release Tipp: Dans les arbres – L’album vert / Aspen Edities
Seit 2008 ist „Dans les arbres“ etwas für fortgeschrittene Hörer, es gibt hier keinen Puls, keinen Beat, keine Melodie, nichts dergleichen und doch ist das Hören ihrer Musik immer wieder faszinierend und seit ihrer ersten Veröffentlichung gehören sie zu meinen Favoriten. Ich bin immer wieder erstaunt, wie organisch ihre Improvisationen klingen.
Es ist, als ob sich unsichtbare Fäden zwischen den Musikern bilden, die sich im Laufe der Entstehung ihrer Musik immer weiter entfalten, wie ein sich selbst entwickelndes Netz. Es hat etwas Magisches und das Hören bereitet mir immer wieder ein großes Vergnügen. Der Satz in den Liner Notes „Komposition asynchroner Schritte für einen imaginären Dancefloor“ weckt in mir viele Assoziationen. Wer sich auf die Entdeckungsreise von „L’album vert“ begibt, wird zu den Vorgängeralben und dann zu den Ursprüngen aufbrechen, und eine beeindruckende Klangwelt wird sich entfalten. Gute Reise!
Andy Hamilton, The Wire 2008: „Die Freuden dieser geradezu magischen Scheibe nehmen kein Ende. Die beste Komposition, wie auch die Improvisation, beruht letztlich auf Intuition, und diese Musiker scheinen ein angeborenes Gespür für die richtige Kombination von Klängen und Texturen zu haben.“
Das hat immer noch nichts an Gültigkeit verloren.

„L’album vert“ ist eine Zusammenstellung asynchroner Schritte für eine imaginäre Tanzfläche. Ein seltsamer, aber amüsanter Ort, an dem Augen lauschen und Ohren herumspähen. Glas zerbricht, jemand stolpert, es passiert immer etwas. Die Tänzer springen unweigerlich zu Momenten der Spannung, aus denen sie sich immer wieder befreien.

Fast immer gibt es eine Art Beat. Nicht die Art von Beat, die die Hüften zum Wackeln bringt, sondern eher der Puls einer schiefen Fabrik oder einer schrulligen Dampfmaschine, die viel mehr als vier Elemente antreibt. Auf diesem eigentümlichen Förderband kommt das Stampfen und Schlagen und Pfeifen nie zur Ruhe. Der Klang auf „l’album vert“ ist keine Decke, sondern ein Netz voller Löcher. Das Kollektiv wird nicht eins, sondern viele. Klänge scheinen getrennt zu sein, sie berühren sich nicht und verschmelzen nicht, sie kommunizieren durch die Luft dazwischen. Einmal mehr zeigt „l’album vert“, dass Dans les arbres einen unverkennbaren Stil hat, obwohl im Vergleich zu früheren Werken mehr elektronische Instrumente und experimentelle Aufnahmetechniken zum Einsatz kamen. © Text: Liner Notes