„Sehnsucht und Wehmut, Lieben und Sterben“ Die Lange Nacht des Giacomo Puccini
Von Jürgen König. Den „Musiker der kleinen Dinge“ hat er sich selbst genannt – und doch für die großen Fragen von Liebe und Tod Musik gefunden. Kritiker haben den Komponisten Giacomo Puccini lange naserümpfend zur Kenntnis genommen. Das Publikum liebt ihn bis heute.
Den „Musiker der kleinen Dinge“ hat er sich selbst genannt – und hat doch wahrlich auch für die großen Fragen von Liebe und Tod Musik gefunden: Musik, die zu Herzen gehen soll und genau das auch schafft. Dafür hat das Publikum Giacomo Puccini vom ersten Tag an geliebt, während Kritik und Wissenschaft (auch in Italien) ihn jahrzehntelang eher naserümpfend zur Kenntnis nahmen – wegen der vermeintlichen „Weichlichkeit“ seiner Musik und der angeblichen Oberflächlichkeit seiner Themen. Eine erstaunliche Ignoranz, standen doch „Manon Lescaut“, „La Bohème“, „Tosca“, „Madama Butterfly“ und „Turandot“ immer auf den Spielplänen aller Opernhäuser, nirgends auf der Welt gab es je eine Phase nachlassenden Interesses: Giacomo Puccini ist – neben Shakespeare und Verdi – der meistgespielte Tragödienautor des Welttheaters. Ihn feiert diese Lange Puccini Nacht: voller Sehnsucht und Wehmut, voller Lieben und Sterben – und durchweg mit einer, wie Thomas Mann es nannte, „Fülle des Wohllauts”.
Sehnsucht und Wehmut, Lieben und Sterben
Die Lange Nacht des Giacomo Puccini
Von Jürgen König
Regie: der Autor
© Deutschlandfunk, Lange Nacht, 23.11.2024