„Sehnsuchtsort für Künstler“ Die Lange Nacht über Hiddensee
Von Katharina Palm (DLF). Auf die kleine Ostseeinsel Hiddensee floh man, um sich zu erholen, berühmte Bilder zu malen, große Literatur zu schreiben – oder es immerhin zu versuchen. Berühmtheiten wie Asta Nielsen, Hans Fallada und Gerhart Hauptmann hinterließen hier Spuren.
Hiddensee ist im 20. Jahrhundert eine Insel der Künstlerinnen und Intellektuellen geworden. Dabei ist Hiddensee mit seinen 1.000 Einwohnern und gerade einmal 19 km² in der Form eines Seepferdchen, das es auch in seinem Wappen trägt, ein Zwerg unter den Ostseeinseln. Nach Hiddensee floh man, um sich zu erholen, berühmte Bilder zu malen oder große Literatur zu schreiben – oder es immerhin zu versuchen. Aber manche kamen auch nach Hiddensee, um von dort zu fliehen. Die Insel war zu DDR-Zeiten gut gesichertes Grenzgebiet, denn Dänemark ist nur einen Katzensprung entfernt. Von Hiddensee aus gab es abenteuerliche Fluchtversuche.
Asta Nielsen, Mascha Kaléko, Gret Palucca, Hans Fallada oder Gerhart Hauptmann hinterließen ihre Spuren, in denen diese Lange Nacht wandelt, die sie aber auch mit neuen Wegen der Gegenwart kreuzt. Ein Fischer und seine Frau erzählen von den Herausforderungen, die das Leben und der Fischfang auf dieser autofreien Insel zu bieten haben. Für die Bewohner kennt die Insel nur zwei Jahreszeiten: die arbeitsreiche Touristen-Saison und die große Ruhe, wenn die Gäste die Insel verlassen haben und man wieder unter sich ist. Von Süden nach Norden werden Inselgeschichten ausgegraben, die von wilden Tänzen und mutigem Unternehmertum handeln, von einem vergrabenen Piratenschatz und dem Bernsteinwind.
© Deutschlandfunk. Lange Nacht, 20.9.2025