Sleaford Mods „Die Briten sind paranoid und gelähmt vor Angst“
Das Duo Sleaford Mods aus Nottingham liefert seit zehn Jahren wütende Songs über den Alltag der britischen Arbeiterklasse, untermalt mit minimalistischer Musik aus Drumcomputer, Bass und Gesang im breitesten Dialekt. Das neue Album spiegele die ängstliche Stimmung in England wider, sagt Sänger Jason Williamson.
Jason Williamson im Gespräch mit Dirk Schneider
Dirk Schneider: Die Sleaford Mods haben eigentlich wenige explizit politische Songs, sie berichten eher aus dem Alltag, doch ein solch expliziter Song ist auf dem neuen Album und heißt B.H.S. Jason Williamson hat mir erklärt, worum es darin geht.
Jason Williamson: Die Kaufhauskette B.H.S. wurde von dem Tycoon Philip Green aufgekauft, dem Eigentümer der Modekette Topshop. „British Home Stores“ war eine alteingesessene Kaufhauskette für Inneneinrichtung. Green hat sie gekauft, soviel Geld wie möglich herausgeholt und sie dann für ein Pfund weiterverkauft an jemanden, der sie zugrunde gehen ließ.
Und mit der Kette sind nicht nur alle Arbeitsplätze verloren gegangen, sondern auch die Pensionen, in die die Beschäftigten eingezahlt hatten. Und das ist ja durchaus übliche Praxis im Spätkapitalismus. Und natürlich vollkommen legal. Ich dachte mir, das ist schon einen Song wert, um deutlich zu machen, wie die, die an der Macht sind, mit den Leuten umgehen. Es gibt im Kapitalismus einfach keine Sicherheiten, und der Song soll diese Angst auf den Punkt bringen….
© Deutschlandradio Kultur, Tonart, 8.3.2017
Vor 2 Jahren mal live gesehen, konzertant ein intensives Erlebnis.
Viele Grüße,
Gerhard
Hallo Gerhard, Sie Live zu erleben hat bis jetzt noch nicht geklappt. Kann ja noch werden …