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Sparen: Von der Bürgertugend zum Verlustgeschäft Von Markus Metz

Ausgezeichnet mit dem Ernst-Schneider-Preis. Sparen – das war einst ein Lebens- und Erziehungsideal. Die Grundlage eines gutbürgerlichen Lebensentwurfes. Sparen war der sinnvolle Verzicht auf Konsum im Augenblick, für den es als Belohnung ein größeres Ziel in der Zukunft zu erreichen galt.

Also das Eigenheim, ein neues Auto oder ein Farbfernsehgerät. Seit aber infolge der Finanzkrise 2008 die Bankzinsen rapide gesunken sind, ist Sparen kein wirtschaftlich vernünftiges Handeln mehr für den Einzelnen. Auch als Weitergabe an die nächste Generation taugt Sparen nicht mehr, wenn das Geld durch Negativzinsen und Inflation, Gebühren und Steuern „aufgefressen“ wird.

Gleichzeitig wurde in Deutschland die Idee vom „sparsamen“ Staat populär, der mit der „schwarzen Null“ einen „ausgeglichenen“ Haushalt vorlegt und damit kommende Generationen entlastet. Doch wenn der Staat selber spart (an Infrastruktur, an Bildung und an Kultur, also an Investitionen für die Zukunft seiner Menschen) und zugleich seinen Bürgern das Sparen schwermacht, entsteht eine neue gesellschaftliche Schieflage: Wer mit der mehr oder weniger schönen Welt der Börse oder der Immobilienspekulation nicht zurechtkommt, der kann sich keinen stabilen Platz in der Mitte mehr schaffen. Wie aber sieht eine Gesellschaft aus, in der nicht mehr gespart, sondern nur noch spekuliert und konsumiert wird?

© Bayern2 , Nachtstudio,

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