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„Stimmen aus dem Nichts“ Über Tonaufzeichnung, sprechende Geister und digitale Sprache

Hörbare Worte sind Atem, Atem ist Leben – eine Gleichung, die bis zum 29. November 1877 stimmte. An diesem Tag spricht Thomas A. Edison ein Gedicht in seine neueste Erfindung, den Phonographen. Und damit beginnt eine technische Entwicklung, die bald zum Alltag gehört. Von Stefan Zednik.

Man könne mit seinem Apparat, so Edison, „die letzten Worte von Sterbenden konservieren“. Und dadurch auch die Menschen am Leben erhalten? Gegen Ende des 19. Jahrhunderts sind spiritistische Sitzungen in Mode, bei ihnen sollen die Stimmen Verstorbener wiedererweckt werden.

Beide Entwicklungen, die technische und die esoterische, kratzen an der menschlichen Grunderfahrung, dass wer spricht auch existiert. Das Feature spürt diesen Zusammenhängen nach und setzt die Beobachtung bis ins Heute fort.

Denn mittlerweile werden Existenzen durch Stimmen nicht nur konserviert – sie werden kreiert. Die Bahnhofsansage, das Navigationsgerät, Siri und Alexa: Wieso gewöhnt sich der Mensch an Stimmen, hinter denen kein Mensch mehr existiert?



Stimmen aus dem Nichts
Über Tonaufzeichnung, sprechende Geister und digitale Sprache
Von Stefan Zednik

Regie: Philippe Brühl
Mit: Bernhard Schütz, Cathleen Gawlich, Michael Rotschopf,
Axel Wandtke und Bettina Kurth
Ton und Technik: Andreas Meinetsberger und Maike Alex
Redaktion: Klaus Pilger
Produktion: Deutschlandfunk 2022

© Deutschlandfunk, Freistil, 26.6.2022

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