Studio Neue Musik: Faltungen / Werke von Aperghis, Borowski, Korsun, Srnka, Baltakas.
Trotz seiner vielen Falten ist das Akkordeon, 1829 von Cyrill Demian in Wien patentiert, ein junges Instrument. Seit seiner Geburt hat es eine große Entwicklung durchlebt. An seiner Integration im Musikbetrieb hat Teodoro Anzellotti maßgeblichen Anteil.
Ende 2020 hat Anzellotti im WDR Funkhaus mehrere Werke für Solo-Akkordeon eingespielt. Die Aufnahmen offenbaren die enorme Bandbreite des Instruments. Seine Klangvielfalt kommt in Georges Aperghis‘ Merry go round zum Ausdruck, in dem karussellartige Wiederholungsmuster sich geringfügig verändern und verschieben. Wie der Balg des Instruments falten sich Klänge aus und wieder ein. Das Akkordeon ist eine Kombination aus Blas- und Tasteninstrument. Deutlich wird dies in Cladi von Vykintas Baltakas. Hier mischen sich zu einer mäandernden Linie im hohen Register Tastengeräusche. In Anna Korsuns fragilem Stück Hauchdünn schrauben sich sirrende Spitzentöne immer weiter in die Höhe. Einatmen, ausatmen. Auf, zu: Johannes Boris Borowski vertont in Lied eine einsame Schneelandschaft: taumelnde Töne voller Farbenreichtum. Bei Origami, der alten japanischen Kunst des Papierfaltens, werden Gegenstände und Körper aus einfachstem Material gestaltet. Ohne zusätzliche Mittel, ohne Schnitte und Klebstoff entstehen mitunter hochkomplexe Gegenstände und Figuren.
Georges Aperghis:
Merry Go Round für Akkordeon solo
Johannes Boris Borowski:
Lied für Akkordeon solo
Anna Korsun:
Hauchdünn für Akkordeon solo
Miroslav Srnka:
Origami für Akkordeon solo
Vykintas Baltakas:
solo für Akkordeon solo
Teodoro Anzellotti, Akkordeon
© WDR 3, Studio Neue Musik, 14.11.201