Studio Neue Musik: „Weniger ist mehr“ Minimalismus und Reduktion in aktuellen Stücken
Was ist das Wesentliche? Dirk Wieschollek hört sich durch Stücke von Caroline Shaw, Justė Janulytė, Malin Bång und Naomi Pinnock. Eine Sendung über Minimalismus und Reduktion mit maximaler Wirkung.
Klänge werden und vergehen. Seit der amerikanischen Avantgarde der 1950er Jahre richten Komponist:innen ihr Ohrenmerk auf diesen elementaren Vorgang. Auch in der jüngeren Generation finden sich zahlreiche Beispiele einer Klangsprache, die sich der medialen Reizüberflutung in Alltag und Kunst bewusst entzieht und im analogen Instrumentalklang eine neue alte Erfahrungsintensität sucht.
Die britische Komponistin Naomi Pinnock treibt die Verdichtung des musikalischen Ausdrucks in ein melancholisches Extrem und präsentiert beim akustischen Heranzoomen sublime Beleuchtungswechsel. Die litauische Komponistin Justė Janulytė bringt irisierende Klangströme in Fluss; Malin Bång erkundet ohne jede Tastenbenutzung das Klavierkonzert als Geräuschlandschaft im Inneren; Caroline Shaw verbindet Traditionen der Minimal Music mit expressiver Kammermusik-Rhetorik.
Caroline Shaw:
Draft of a High Rise (2019) für Ensemble
yMusic
Juste Janulyte:
Apnea (2021) für Streichorchester
Münchner Kammerorchester
Leitung: Clemens Schuldt
Malin Bång:
mareld (2022) für Innenklavier und Orchester (Ausschnitt)
Rei Nakamura – präpariertes Klavier,
WDR Sinfonieorchester
Leitung: Bas Wiegers
Naomi Pinnock :
Music for Europe (2020)
Ensemble Adapter
© WDR 3, Studio Neue Musik, 8.1.2023