Tanya Tagaq: Gedanken essen mit markerschütterndem Gesang

Die Kanadierin Tanya Tagaq lässt ihre Stimme auf dem Album „Tongues“ kehlig rumoren. Von Jens Uthof.

Zunächst ertönen hohe, fanfarenartige Flötentöne; scheppernde Beckenschläge und grummelnde elektronische Basstöne folgen, ehe Tanya Tagaq mit dem für sie typischen Kehlkopfgesang ins Stück „Tongues“ einsteigt: hechelnd, röchelnd, fauchend.



Dann spricht die kanadische Künstlerin mit heller Stimme die Worte: „They took our tongues / They tried to take our tongues / We lost our language/ And we didn’t Inuuvunga“. „Inuuvunga“ ist ein Slangausdruck in ihrer Muttersprache, der Sprache der Inuit. Übersetzt bedeutet er so viel wie: „Ich bin Inuk, ich lebe“.




„Tongues“ erzählt wesentlich vom Überleben und vom Überwinden, vom Weiterleben und Weitermachen. Die Stimmlage und der Sound, den Tanya Tagaq dafür gefunden hat, sind ergreifend, berührend – und extrem ermutigend.

© TAZ, Kultur, Musik,

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