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Tanz in den Tod – Der Walzer in der Neuen Musik

Einst bodenständiger Konkurrent und erfolgreicher Verdränger des französischen Menuetts, hat der Walzer im 20. und 21. Jahrhundert einen Bedeutungswandel durchgemacht.

Von Katja Tschirwitz

 Im 19. Jahrhundert von allen Gesellschaftsschichten begeistert getanzt, lange Ausdruck von Volkstümlichkeit und unbeschwerter Lebensfreude, drehen ihm Komponisten zunehmend den Kragen um. Sie karikieren seinen selig-beschwingten Impetus und nutzen ihn als allgemeinverständliche Folie, um gerade das Gegenteil hörbar zu machen: Seelenqualen, Angst und Verzweiflung. Nicht nur Alban Berg und Dmitri Schostakowitsch setzen den Walzer als wahres Foltermedium ein, ersterer in seiner Oper „Wozzeck“, zweiter etwa in seiner 5. Sinfonie. Und so geht es fantasievoll weiter, in Richtung 21. Jahrhundert, wenn der Walzer sogar in der elektronischen Musik auftaucht und uns seine Fratze schneidet.

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