Tanzbretter (1/5): Eine kleine Geschichte der elektronischen Musik und ihre Clubs – Wuselige Wurzeln

Für Jens Balzer und Tobi Müller ist Pop mehr als nur Musik. Als Journalisten und Autoren ist ihnen kein Ton und kein Bild zu abwegig, als Zeichen für gesellschaftlichen Wandel gelesen zu werden oder als Beweis versteckter Rückständigkeit.

Im Club holt die Popgeschichte immer wieder Luft und pustet die Grenzen zwischen Kunst und Konsum in den Wind. Auf dem Dancefloor wankt die Unterscheidung zwischen DJ und Dancer, zwischen Autor und Leserin, von der Walter Benjamin bereits vor hundert Jahren träumte. Doch in dieser modernen Zone des Zugewinns persönlicher Freiheiten für viele mischen sich auch alte Muster in die Crowd. Warum war Techno plötzlich vor allem weiß zum Beispiel, und Frankfurt galt manchen Politikern gar als seine Geburtsstadt? Die fünf Teile von „Balzer & Müller: Das Tanzen zum Denken bringen“ erzählen die Geschichte der elektronischen Musik aus der Perspektive ihrer Orte von den Anfängen bis heute – mit einzelnen Gästen, Musik und unfassbar deepen Gelaber. Ihr fünfteiliger BR-Podcast beginnt genau da, nach Redaktionsschluss nämlich, wenn „der Laden“ nicht mehr Geschäft und Lebensmittel bedeutet, sondern Club und Genussstoffe. Das Motto: Play at maximum volume. Weil laut manchmal beim Denken hilft.



Jens Balzer ist einer der wichtigsten deutschen Popjournalisten und Autor diverser Bücher zur Gesellschaftsgeschichte. Zuletzt erschienen: „Ethik der Appropriation“. Tobi Müller ist Journalist und Autor des Buches „Play Pause Repeat – Was Pop und seine Geräte über uns erzählen“. Seit zehn Jahren moderieren Müller und Balzer den Popsalon am Deutschen Theater Berlin.

© Bayern2, Nachtstudio, 30.8.2022

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