„Tar, SiTar, GiTarre“ musikalische Wahlverwandschaften von Johannes S. Sistermanns

Vermutlich liegt ihr gemeinsamer Ursprung viele Jahrtausende zurück: die iranische Langhalslaute Tar, die indische Sitar und die Gitarre, die sich vom altgriechischen Kithara herleitet, sind durchaus miteinander verwandt.

Heute ist ihr Spiel höchst ausdifferenziert. Die persische Meisterin der Tar, Elshan Ghasemi vertritt das Saiteninstrument sowohl in seiner Tradition als auch in aktueller Zeitbezogenheit.

TAR, SiTAR GiTARre, das ist unsere herkömmliche Aussprache dieser Instrumente. Was diese Instrumente heute in dieser Sendung zusammen bringt , ist die Silbe ‚TAR’ in ihrem Namen. Können Sie sich vorstellen, dass diese eine Silbe ‚TAR’ in ihrer Ursprungsbedeutung sich geografisch von Südindien bis nach Nordeuropa spannt?

Über die Namen: Sitar, Tar und Gitarre lassen sich mögliche Wanderbewegungen dieser Instrumente nachvollziehen. Das spricht von der Durchlässigkeit bestehender oder neu entstehender Kulturen.

Die drei Instrumente, TAR, SiTAR GiTARre sollen sich heute musikalisch begegnen. Etymologisch, von ihrer Sprach-Herkunft tragen sie alle den gleichen Impuls in der einen Silbe TAR weiter. Bis heute ist diese eine Silbe, TAR, präsent und über Jahrtausende in ihren Namen SiTAR, Tar und GiTARre weitergetragen worden.

Was sich hier akustisch abwechselt, klingend ineinander geblendet wird, zeugt von einer Jahrtausende alten Musikentwicklung verschiedener und über weite Strecken benachbarter Kulturen. Anzunehmen ist, dass diese Musikinstrumente organisch aus einer Musiktradition über kaum gesicherte Wege irgendwie in eine andere gewandert sind. Reisende nahmen sie mit, spielten unterwegs auf ihnen und so wurden sie gehört. Zunächst musste vor allem ein emotionaler Kontakt zum unbekannten Klang der Instruments hergestellt werden, bis sich eine neue Spieltechnik, eine neue Spielkultur in einem benachbarten Kulturkreis dann hat herausbilden können.

Tar- sowie Gitarrenkompositionen und Sitarimprovisationen von Elshan Ghasimi, Al de Meola, John McLaughlin, Paco de Lucia, Narcisio Yepes, Budhaditya Mukerjee, Ustad Vilayat Kahn, Johann Sebastian Bach und Terje Rypdal.



Traditionell:
Raag Maand Bhairav
Ustad Vilayat Kahn (Sitar)
Zakur Hussain (Tabla)
Hidyat Khan (Tamboura)

Komponistin: Elshan Ghasimi
WIN WORD ARAB“
monolith
Elshan Ghasimi (Tar)

Johann Sebastian Bach:
Violin sonata nr. 1 BWV 1001, Adagio
Göran Söllscher (Gitarre)

Komponistin: Elshan Ghasimi
Elshan Ghasimi (Tar)
Pforte Magnetfeldgenerator Glimpse of time
The Desire of the travelling Murids and the Gift of
The flower thorn oder das cartesianische Denken
Mathematics of Thinking (2004)
HP-41C Bibliotèque Mathématiques (1979)
carte du ciel
El Arbi Bouqdib’s Glasses I eine Brille Elies
Permis de conduire # 310723
Reading I El Arbi Bouqdib’s Hands

Johann Sebastian Bach:
Flute Partita a Moll, BWV 1013, Allemande
Ana Vidovic (Gitarre)

Issac Albeniz:
Suite Española op. 47
Andres Segovia (Gitarre)

Traditionell:
Raag Maand Bhairav
Ustad Vilayat Kahn (Sitar)

Francisco Tárrega:
Recuerdos de la Alhambra
Narcisio Yepes (Gitarre)

Al Laurence Dimeola:
Mediterranean Sundance
Paco de Lucia (Gitarre)
Al Di Meola (Gitarre)
John Mclaughlin (Gitarre)

Johann Sebastian Bach:
Suite für Gitarre E-Dur, BWV 1006a
Ana Vidovic (Gitarre)

Terje Rypdal:
Om Bare
Terja Rypdal Gitarre (Keyboard)
Bjørn Kjellemyr (el. Bass, Keyboard)
Audun Kleive (Schlagzeug, Perkussion)

Elshan Ghasimi:
Zugabe
Elshan Ghasimi (Tar)

© SWR 2, MusikGlobal,21.10.2021


Mehr Informationen zu Elshan Ghasimis Konzertzyklus Elies Miniatures.

Link zur Website von Elshan Ghasimi

Mehr Informationen zu Elshan Ghasimi auf Iran-Wissen.de



Danke, das Du meinen Beitrag kommentieren möchtest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: