TAZ: „Schön, wenn andere reinkönnen“ The Notwist – „Vertigo Days“

Die Indieband The Notwist veröffentlicht ihr Album „Vertigo Days“. Ein A bis Z zu Stichworten, die bei seiner Entstehung wichtig sind. Von Stephanie Grimm.

Alltagsgeräusche

Markus Acher: Beim ersten Lockdown war es plötzlich so ruhig. Ich merkte: Nicht nur Musik ist mir wichtig – auch, überhaupt etwas hören zu können. In „Step Across the Border“, einer tollen Dokumentation über den britischen Komponisten Fred Frith heißt es: Alles kann klingen, wenn man sich mit offenen Ohren nähert. Diese Erfahrung ist in unser neues Album „Vertigo Days“ eingeflossen. Seit 2015 hatten wir immer wieder Aufnahmen gemacht. Wirklich konzentriert am Material gearbeitet haben wir erst mit Beginn der Pandemie. Wir mussten mit unserer Zeit etwas anstellen, um nicht deprimiert zu werden.

Bandkonzept

Micha Acher: Markus und ich sind von Anfang an dabei, der Kontext hat sich seither öfters verändert. Aktuell haben wir eine Konstellation, die sich auch praktisch bewährt: Cico, Markus und ich wohnen in München und können uns spontan treffen; live sind auch die Berliner Max Punktezahl, Karl Ivar Refseth und Andi Haberl mit dabei.

Collage

Cico Beck: Collage als künstlerisches Konzept ist uns wichtig, musikalisch und visuell. Nicht zuletzt, weil darin mitschwingt, dass aus den Ideen anderer etwas entstanden ist, was man selbst tut.

Dorfwirtschaft

MiA: Früher war die Dorfwirtschaft kein Bezugspunkt – abgesehen davon, dass wir mit der Dixielandband unseres Vaters in Biergärten aufgetreten sind. In den letzten Jahren ist uns wichtiger geworden, in kleinen Wirtschaften Musik zu machen – akustisch und ohne viel Aufwand.

© TAZ, Kultur, Musik, 28.1.2021

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