UKJazznews Musiktipp: Espen Berg Trio – Entropies / Svale Records
Von Phil Johnson. Der norwegische Pianist Espen Berg hat sich mit seinen Soloauftritten und den dazugehörigen Live-Aufnahmen einen hervorragenden Ruf erarbeitet; die jüngste davon, The Kempen Concert, habe ich hier im April rezensiert.
Entropies ist das fünfte Album seines Parallelprojekts, seines Trios mit dem Bassisten Bárður Reinert Poulsen und dem Schlagzeuger Simon Albertsen, die beide seit dem Debüt des Trios im Jahr 2014 in der ursprünglichen Besetzung geblieben sind. Ich habe die früheren Veröffentlichungen nicht gehört, aber Entropies ist nach jedermanns Maßstäben ein überaus herausragendes Klaviertrio-Album. Es gibt eine vielleicht unvermeidliche Anlehnung an Bill Evans und an Esbjörn Svenssons „est“, aber das gehört heutzutage quasi schon dazu.
Wenn es eine Schwäche in der sehr beeindruckenden Musik des Espen Berg Trios gibt, dann könnte es sein, dass sie einfach zu nett ist. Wie viele zeitgenössische Klaviertrios folgt es streng den Gestaltungsprinzipien von „est“ mit vollkommen angenehmen, gut gespielten und ausgefeilten Melodien, bei denen man sich am Ende vielleicht doch etwas mehr Schwung und etwas mehr Leidenschaft wünschen würde.
© UKJazznews, 22.6.2026