UkJazzNews Release Tipp: Miles Davis Quintet – „Miles in France 1963 & 1964“
Von Phil Johnson. Alles in allem ist diese Box ein Hörgenuss und eine intellektuelle Herausforderung, allein schon das Gehörte zu hören und dann zu verarbeiten. Es gibt einen aufschlussreichen Aufsatz, „Miles in France“, von Marcus J. Moore, einige hervorragende Fotos und ein paar zeitgenössische Zitate aus Downbeat.
Diese wundervolle Box ist ein absolutes Muss für jeden Jazzfan. Miles ist mit den jungen Musikern einfach hervorragend in dieser Umbruchzeit. Auf der Suche nach einem neuen Sound liefern sie eine beeindruckende Performance ab. Kurzum: Ein besonderes Geschenk für die Liebhaber der Jazzmusik! @radiohoerer
Und tatsächlich klingt Miles Davis selbst durchweg kühn gut, vielleicht so gut wie nie zuvor, und hat seine instrumentalen Fähigkeiten voll im Griff, mal feurig, mal nachdenklich, aber mit mehr Feuer als Nachdenklichkeit. „Mit diesen jungen Leuten zusammen“, erinnert sich George Coleman für die Box, “konnte er sein Ding durchziehen und sie waren voll dabei. Sie hörten ihm zu und er hörte ihnen zu. Deshalb konnten wir so spontan spielen … Und er betrat auch ein anderes Reich, denn vorher spielte er reinen Bebop. Aber als ich zur Band stieß, begann er, sich auszudehnen. Das war auch für Miles ein Übergang.“
Die Box wurde von Steve Berkowitz, Michael Cuscuna und Richard Seidel produziert und dem Anfang des Jahres verstorbenen Cuscuna gewidmet, dessen Wissen und Erfahrung die Grundlage für so viele großartige Veröffentlichungen der letzten Jahrzehnte war. Auch dem verstorbenen Wayne Shorter und Tony Williams werden Widmungen zuteil. Man ist wirklich dankbar, dass solch großartige historische Musik mit solch offensichtlicher Liebe und Sorgfalt verpackt wird, was nicht immer der Fall ist. © Textauszüge: Phil Johnson
© UkJazzNews, 8.11.2024