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UKJazzNews Release Tipp: Philipp Gropper’s PHILM – „2024“ und „2025“

Von Tony Dudley-Evans. Nach sieben Jahren ohne Plattenveröffentlichung kehrt der deutsche Tenorsaxophonist Philipp Gropper mit seinem Projekt PHILM auf dem 2022 gegründeten Berliner Label Bretford zurück – mit zwei Alben, die nach dem Jahr benannt sind, in dem sie aufgenommen wurden.

Es handelt sich nicht um ein Doppelalbum, sondern um zwei eigenständige Werke: „2024“ wurde in der Zentrifuge, einem alten Berliner Kino, aufgenommen, „2025“ live im Loft in Köln.

PHILM besteht aus Philipp Gropper, Elias Stemeseder am Klavier und Keyboard, Robert Landfermann am Kontrabass und Leif Berger am Schlagzeug. Berger ist als Nachfolger von Oliver Steidle zur Band gestoßen; er ist ein spannender Schlagzeuger, der 2024 mit Pablo Helds Buoyancy Band durch Großbritannien tourte.

PHILM hat zwar seit sieben Jahren nichts mehr aufgenommen, aber sie haben offensichtlich das Material, das auf diesen beiden Alben zu hören ist, einstudiert und gespielt, sodass es nun vollständig ausgearbeitet ist. Die Musik ist dicht, aber sehr interaktiv und rhythmisch. Sie basiert auf Groppers komplexen Kompositionen und der sehr gekonnten Interpretation dieser Kompositionen durch die Gruppe. Die Musik wirkt gleichzeitig abstrakt und sehr emotional.

Die beiden Alben enthalten Auszüge aus umfangreichen Live-Improvisationen, so finden wir auf 2024 Run I und II, Purple I, II und III sowie Riddim I, II und III, und auf 2025 No Words I und II.

Das erste Album, 2024, beginnt mit Run I und Run II. Beide haben eine ungewöhnliche Struktur mit vielschichtigen Rhythmen, die auf einem seltsamen Groove basieren. Die Musiker tauschen kurze Phrasen aus, wodurch ein Stakkato-Effekt entsteht, und Berger und Landfermann sind besonders effektiv darin, komplexe rhythmische Unterstützung für Gropper und Stemeseder zu schaffen.

Ray weist ebenfalls eine ungewöhnliche Struktur auf und durchläuft eine Reihe wechselnder Episoden, in denen Gropper durch ein Solo, das auf einer Reihe kurzer, prägnanter Phrasen basiert, eine emotionale Wirkung erzielt. Purple I, II und III zeichnen sich erneut durch eine hervorragende Interaktion innerhalb der Gruppe aus. Riddim I, II und III haben zwar eine Verbindung zum Reggae im Titel, folgen aber in der eigentlichen Musik einer ganz anderen Struktur.

Das Album, das 2025 live im Loft aufgenommen wurde, ist offener, mit längeren Stücken und einer größeren emotionalen Wirkung. No Words I und II drücken die Wut der Gruppe über die politischen Entwicklungen in der Welt aus, während Eyes/Sorry ein sanfterer, nachdenklicherer Titel ist. Der letzte Titel mit dem bizarren Titel „*” rundet das Album mit einem positiveren Ton ab und drückt Hoffnung für die Zukunft aus.

Die Mitglieder von PHILM haben den Ansatz von Groppers Kompositionen so vollständig verstanden und deren Strukturen verinnerlicht, dass die Musik als spannendes und lebendiges Beispiel für die Entwicklung des zeitgenössischen Jazz wirkt. Es ist ein Ansatz, der Freiheit und Struktur verbindet und den Mitgliedern des Quartetts die Freiheit gibt, die Kompositionen auf ihre eigene Weise zu interpretieren, ohne die Gesamtkohärenz der Musik zu verlieren. © Alle Texte: Tony Dudley-Evans

© UKJazzNews, 31.1.2026


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