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„Umdrehen und Weggehen“ Ist es Zeit für eine „Ethik der Abwendung“? Peter Strasser im Gespräch mit Pascal Fischer

Gerade in unserer Zeit mag der Zwang zu Gemeinschaft umschlagen in Revolte, zwanghaftes Aufbegehren, Querdenkerei. Der österreichische Philosoph Peter Strasser plädiert deshalb für eine Ethik der Abwendung – nicht immer alles ausdiskutieren –, die einen weiteren Umgang miteinander ermöglicht.

Nur durch Abwendung so könne eine Gesellschaft den inneren Frieden wahren, findet Peter Strasser. Die Welt sei erdrückend eng geworden. Und nicht jeden Streit müsse man bis zum bitteren Ende durchfechten. Nicht jeder, der sich abwende, sei gleich ein feiger Diskursflüchtling. Ein Drückeberger. Ein Feind der Aufklärung.

Peter Strasser begründet das mit einem suggestiven Bild: Ratten, die in zu enge Käfige miteinander gesperrt werden, haben keinen nötigen Mindestabstand mehr. Sie verbeißen sich und verletzen sich am Ende sogar selbst.

Der Verhaltensforscher Konrad Lorenz hat das schon in den 7oer-Jahren gerne angeführt, um vor der Überbevölkerung der Erde zu warnen.  Peter Strasser wiederum zitiert diesen Befund gern – wenn auch mit Vorbehalt.

© Deutschlandfunk, Essay und Diskurs, 30.1.2021

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