„Unwahrscheinliche Konstellationen“ Unsere ambivalente Beziehung zum Himmel

Von Sandro Paul Heidelbach. Internet-Memes mit Sternzeichen, Mode mit aufgedruckten Gestirnen, aber nach den Sternen navigieren kann kaum noch jemand. Wir sehnen uns nach dem Himmel und haben ihn doch verloren, weil wir unsere Umwelt vergegenständlicht haben.

Unser Verhältnis zum Himmel scheint widersprüchlich: Einerseits zelebriert die Popkultur gerade die Astrologie. Andererseits wissen immer weniger Menschen, wann der Mond zu- oder abnimmt oder in welcher Richtung die Sonne aufgeht. 

Erklärbar ist das durch unsere zunehmende Entfremdung von der Natur. Die boomende Astrologie offenbart unsere Sehnsucht danach, uns als Vereinzelte in einem Kosmos aufgehoben zu wissen und unsere Beziehung zur Umwelt wieder holistisch zu betrachten. Sandro Paul Heidelbach schlägt einen Bogen von der Popkultur bis hin zu Bruno Latours Gaia-Theorie und Hartmut Rosas Resonanzbegriff.



Sandro Paul Heidelbach, geboren 1996, studierte Germanistik, Philosophie und Klassische Kulturen in Bonn, Cambridge, Münster und Salamanca, u.a. als Stipendiat der a.r.t.e.s.-Graduiertenschule an der Universität zu Köln. Seine Interessen liegen im Bereich Literatur- und Wissenschaftsgeschichte.

© Deutschlandfunk, Essay und Diskurs, 1.1.2023

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