Werkschau der Synth-Pioniere Popol Vuh „Tiefseehöhlen und Klangdome zwischen Hosianna und Mantra“
Von Diedrich Diederichsen (TAZ). Die Münchner Band Popol Vuh gehört zur kosmischen Krautrock-Fraktion. Als Pioniere des Moog-Synthesizers erkundeten sie analoge Elektronik in epischer Breite. Das Label Cherry Red veröffentlicht nun die Werkschau.
Vor ein paar Jahren irrten internationale Post-Graduate-Kunststudierende in einer lauen Herbstnacht im Mondlicht an einem portugiesischen Atlantikstrand umher. Sie gaben eigenartige Laute nach Art von Meeressäugern von sich und ihre Beine schienen sich bei jedem zweiten Schritt in Gummi zu verwandeln oder seltsame Winkel einzunehmen wie in Crumb-Zeichnungen oder bei Schmidtchen Schleicher mit den elastischen Beinen.
Andere lagen mit ausgebreiteten Armen auf der Rasenfläche vor dem einsam gelegenen antiken Hotel, in dem wir uns an diesem Wochenende für ein erweitertes Seminar eingemietet hatten, und starrten mit still ekstatischem Gesichtsausdruck in die sternenklare Nacht. Nein, sie hatten nichts „genommen“.
© TAZ, Kultur, Musik, 30.3.2026