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Zum 10. Todestag von Hans Werner Henze … Nachträglich

Hier 2 Sendungen von BR Klassik aus der Reihe Horizonte, welche sich mit dem Werk von Hans Werner Henze beschäftigen. Es lohnt sich sehr, sich mit seiner Musik zu beschäftigen!


Hans Werner Henze „Schön ist, was von der Norm abweicht“. Von Susann Krieger

Zum 10. Todestag des Komponisten Hans Werner Henze. 1926 in Deutschland geboren, fühlte er sich sowohl künstlerisch als auch gesellschaftlich im biederen Nachkriegsdeutschland eingeengt und zog in den 1950er Jahren nach Italien.

Er war ein politischer Mensch, ein überzeugter Kommunist, der ein Werk sogar Che Guevara gewidmet hat. Er war ein Freund der großen Ingeborg Bachmann, der er bewegende Briefe schrieb und die ihm Libretti zu einigen seiner zahlreichen Opern verfasste. Henzes kompositorisches Werk ist immens und umfasst von der kleinen bis zur großen Form fast alles. Am 27. Oktober 2012 starb Hans Werner Henze. Zuvor hatte er die Premiere seiner Anti-Kriegsoper „Wir erreichen den Fluss – We come to the river“ in Dresden miterleben dürfen.



BR Klassik, Horizonte, 25.10.2022


Zum 10. Todestag von Hans Werner Henze

Hans Werner Henze ragte in vielerlei Hinsicht aus der Avantgarde-Musikszene der deutschen Nachkriegszeit heraus: Er schuf eine eigenständige, avancierte Klangsprache, ohne sich einer bestimmten Kompositionstechnik wie dem Serialismus zu unterwerfen.

Sinnlichkeit und Ästhetik waren für ihn ebenso wichtig wie technische Aspekte der Komposition. Als weitere Facette kam sein politisches Engagement hinzu: Er bekannte sich zum Kommunismus und verstand seine kompositorische Tätigkeit auch als Beitrag zum gesellschaftlichen Wandel, etwa wenn er in dem Werk „El Cimarrón“ die Ausbeutung von Menschen durch die Sklaverei anprangerte. Vor zehn Jahren starb der Komponist kurz nach der Uraufführung seiner pazifistischen Oper „Wir erreichen den Fluss“ in Dresden. Bereits seit den 1950er Jahren lebte er in Italien. BR-KLASSIK erinnert an den Komponisten mit einigen bemerkenswerten Eigenproduktionen: Henzes Schubert-Fantasie „Erlkönig“ mit den Bamberger Symphonikern, Aufnahmen mit dem Cellisten Sebastian Hess, der einige von den Cellowerken zusammen mit Henze in dessen Villa bei Rom einstudiert hat, oder die „Barcarola“ in memoriam Paul Dessau mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks.


Hans Werner Henze: „Erlkönig“ (Bamberger Symphoniker: Jonathan Nott);
„Adagio adagio“ (Benjamin Schmid, Violine; Sebastian Hess, Violoncello; Ariane Haering, Klavier);
Konzertmusik (Michaela Girardi, Violine; ensemble risonanze erranti: Peter Tilling); Serenade (Sebastian Hess, Violoncello);
Barcarola (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Hans Werner Henze)

BR Klassik, Horizonte, 27.10.2022

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