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Zurückgenommener Jazz in kleiner Besetzung

Mit Ambrose Akinmusire, Matthieu Bordenave, John Surman, Nils Petter Molvaer. Man könnte meinen, viele Musiker und Musikerinnen hätten einen Gang zurückgeschaltet. Jedenfalls erscheinen dieser Tage einige Alben mit Nähe zum Kammerjazz, die Klänge abseits der Aufregung des Alltags präsentieren. Von Ralf Dombrowski.

Vom Klavier ist man es gewöhnt, dass es gerne auch dezent, romantisch oder verinnerlicht klingt. Saxophone und Trompeten sind hingegen oft Instrumente der Geläufigkeitsathleten. Man spielt, was geht, so schnell und beeindruckend wie möglich. Wenn nun ein souveräner Modernist wie Ambrose Akinmusire das Gegenteil macht und sich im Trio auf zurückhaltende Melodien aus eigener Feder konzentriert, ist das noch deutlich ungewöhnlicher als bei seinem Kollegen Nils Peter Molvaer, den man längst für expressive Einzeltöne kennt. Aber auch Saxophonisten wie der in München lebende Matthieu Bordenave oder der britische alte Herr der Expressivität John Surman halten sich zurück mit dem Muskelspiel. Man pflegt auf aktuellen Alben wieder die Transparenz, das entschleunigte Spiel mit viel musikalischen Zwiegesprächen und Geschichten.



© WDR 3, Jazz, 14.2.2024

Owl Song 1 | 5:52
Ambrose Akinmusire

Owl Song 2 | 6:28
Ambrose Akinmusire

La Porte Entrouverte | 5:43
Matthieu Bordenave

The Blue Land | 5:21
Matthieu Bordenave

Words Unspoken | 6:34
John Surman

Icy Altitude | 5:29
Nils Petter Molvaer

Simply So | 6:22
Nils Petter Molvaer

Child Song | 6:42
Markus Stockhausen Group

Dancing On Clouds | 7:09
Markus Stockhausen Group

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