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„Zwischen Tradition und Experiment“ Die palästinensische Sängerin Kamilya Jubran.

Von Michaela Fridrich. Warum Schönberg? Warum Strawinsky? Es gibt doch Beethoven! Warum hat man da nicht aufgehört?“ – Kamilya Jubran stellt kluge Fragen, wenn sie ihre eigene künstlerische Entwicklung kommentieren soll.

Denn die ist äußerst ungewöhnlich. Die palästinensische Sängerin und Oud-Spielerin, die heute in Paris lebt und mit so unterschiedlichen Künstlern zusammenarbeitet wie mit der französischen Jazz-Kontrabassistin Sarah Murcia oder mit dem Schweizer Trompeter und Elektronik-Musiker Werner Hasler, hat ihre Wurzeln in der arabischen klassischen Musiktradition. Das Musikmachen hat sie zu Hause in Israel bei ihrem Vater gelernt, einem Instrumentenbauer, der auf Oud-Lauten spezialisiert ist. Und sie war als Kind fasziniert von den großen Sängerstars wie Umm Kulthum oder Fairuz, die sie im Radio hörte. Diese arabische Sängertradition ist in Kamilya Jubrans Gesang bis heute deutlich zu hören. Ansonsten aber ist alles anders. Von ihrer schier unbändigen kreativen Neugier getrieben, überschreitet die Musikerin jegliche Stil- und Genre-Grenzen. Mit Michaela Fridrich spricht sie über ihren musikalischen Weg und über die Hürden und Vorurteile, mit welchen sie als palästinensische Künstlerin sowohl in Ost als auch in West immer wieder konfrontiert wird.



BR Klassik, Musik der Welt, 13.11.2022

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