Keith Levene ist tot: Er prägte den Gitarrensound nach dem Punk
Der britische Musiker Keith Levene ist tot. Er war Mitbegründer der Punk-Band „The Clash“ und tat sich danach mit dem „Sex Pistols“-Sänger John Lydon zu „Public Image Ltd.“ zusammen. Von Andrian Kreye.
Keith Levene ist gestorben, der Gitarrist, der das Klangbild jener Musik geprägt hat, die als Zwischenkapitel „Post-Punk“ in die Musikgeschichte einging. Die Meinungen gehen auseinander, warum er als Gründungsmitglied der britischen Punk-Titanen The Clash 1976 nur einen Sommer lang dabei war, warum er auf dem ersten Album nur noch einen Credit als Mitautor eines einzigen Songs hatte und Mick Jones die Lead-Gitarre spielte. Politik? Drogen? Kreative Meinungsverschiedenheiten? Alles das? Der Mann war ja erst 19, allerbestes Sturm-und-Drang-Alter, da spielen diese Dinge allgewaltige Rollen, zumal, wenn man zur Speerspitze einer neuen Bewegung gehört.
Viel wichtiger war er als Mitbegründer von Public Image Ltd. (PIL). Das geht manchmal etwas unter, weil es eine Band der zweiten Stunde war. Frontmann war John Lydon, der unter seinem Künstlernamen Johnny Rotten als Sänger der Sex Pistols zum Gründervater des britischen Punk erklärt worden war. The Clash hatten für die öfter mal als Vorband gespielt. Levene hatte ihn da während eines Konzertes angesprochen, und sie verabredeten, dass sie eine Band gründen würden, wenn sich die Sex Pistols auflösen.
Süddeutsche Zeitung, 13.11.2022