Release Tipps

Release Tipp: Mesmer – Terrain Vague II / arbitrary

Der Ausgangspunkt der Soundkreationen von Mesmer sind Field Recordings. Sie sind das Fundament oder wie Mesmer es ausdrückt, „Träger sozialer, historischer und sensorischer Spuren”. Mittels ihres elektroakustischen Setups aus Synthesizern, Trompete, Percussion und modularen Systemen entsteht eine persönliche und kollektive, sinnliche und reflektierende Klangreise. Das Hören ihrer akustischen Klangräume oder -Landschaften hat viel mit Kontemplation zu tun.

Es ist ein intensives Hörerlebnis, das traumhafte und lyrische Sounds bietet, aber auch verstört und sich nicht anbiedert. Das Neue, das hier entsteht, ist vielschichtig und lädt uns ein, über Orte, Landschaften und unser soziales Umfeld nachzudenken. Eine spannende Entdeckung!

Mit diesem Werk schafft das Trio einen sinnlichen und besinnlichen Raum, in den man sich in einer Zeit voller Geschwindigkeit, Lärm und digitaler Fragmentierung zurückziehen kann. „Terrain Vague II“ basiert auf Feldaufnahmen, die in Læsø, Frederikshavn und Aalborg in Dänemark entstanden sind. Anhand von Umgebungsgeräuschen aus Häfen, Küstengebieten und Stadtrandgebieten erkundet MESMER die Schnittstellen zwischen Natur und Kultur. Diese Feldaufnahmen sind kein atmosphärischer Hintergrund, sondern vielmehr das architektonische Fundament des Werks – Träger sozialer, historischer und sensorischer Spuren. Durch Improvisation, kompositorische Strukturen und ein elektroakustisches Setup mit Synthesizern, Trompete, Percussion und modularen Systemen werden diese Spuren in persönliche und kollektive Klangreisen verwandelt.

Mesmer

Der Titel bezieht sich auf das Konzept des „terrain vague“: unbestimmte Übergangszonen mit offenem Potenzial. Für MESMER wird dies zum Bild einer Gesellschaft in Bewegung. Anstatt definitive Antworten zu liefern, schafft das Trio einen offenen Hörraum, in dem die Grenzen zwischen dem Komponierten und dem Improvisierten, dem Kontrollierten und dem Freien verschwimmen. Das Zuhören wird hier als bewusster Akt aktiviert – als Gelegenheit, sich wieder mit Ort, Präsenz und Gemeinschaft zu verbinden.

Im Zusammenhang mit ihrem Debütwerk „Terrain Vague“ (arbitrary19, 2023) hat MESMER seine Praxis in eine konsequentere ortsspezifische und räumliche Richtung weiterentwickelt. Während das erste Werk die gemeinsame Sprache des Trios zwischen Feldaufnahmen und elektroakustischer Komposition etablierte, lässt „Terrain Vague II“ die spezifischen Geografien die Musik strukturieren.
Improvisation tritt deutlich in den Vordergrund, Kontraste werden geschärft und die Spannung zwischen Individuum und Kollektiv ist ausgeprägt. Mit diesem Werk wird auch das Format erweitert – es wird als Album, Konzertreihe und Installation realisiert. © Texte: Liner Notes

MESMER besteht aus den drei Musikern und Komponisten Emil Jensen, Victor Dybbroe und Anders Filipsen, die seit 15 Jahren in verschiedenen Formationen gemeinsam Musik machen.

MESMER beschäftigt sich intensiv damit, wie Klang (und dessen Fehlen) uns Menschen beeinflusst und wie unterschiedliche natürliche und kulturelle Umgebungen verschiedene musikalische Szenarien schaffen.

MESMER ist ein neues Projekt, aber gleichzeitig die Fortsetzung einer seit 15 Jahren bestehenden Arbeitsgemeinschaft, die sich unter anderem in Ensembles wie Lydkollektivet NEWCLEAR und Traveling Tribes manifestiert hat, mit denen sie zwei DMA-Auszeichnungen als Weltkomponisten des Jahres erhielten und beim Roskilde Festival auftraten. Zusätzlich zu den oben genannten Kooperationen haben die drei Künstler gemeinsam an Filmmusik, Hörspielen und audiovisuellen Projekten gearbeitet.

Anders Filipsen (Komponist, Musiker, Klangkünstler) hat 10 Alben unter eigenem Namen oder als Teil von Bands und Orchestern veröffentlicht. Er ist Mitglied des dänischen Plattenlabels und Klangkunst-Kollektivs ILKmusic. Er wurde für 8 DMA-Preise nominiert und hat 2 gewonnen. Er hat mit Künstlern wie John Tchicai, Kresten Osgood, Sofia Jernberg, Nastio Mosquito, Ane Trolle, Rumpistol und Gruppen wie Travelling Tribes, The Black Nothing, Lydkollektivet NEWCLEAR, New Kids, TEETH, KO3 und The hOpening zusammengearbeitet.

Victor Dybbroe ist Mitglied der international renommierten Gruppe Girls in Airports, die fünf Alben veröffentlicht hat und für ihre einzigartige Art, Genres zu mischen, gelobt wird. Darüber hinaus hat er mit Künstlern wie Caroline Henderson, Vinnie Who und Quadron zusammengearbeitet. Er hat vier DMA-Auszeichnungen mit drei verschiedenen Gruppen gewonnen und erhielt 2016 mit der Band The Kikos den Carl-Award als „Talent des Jahres“.

Emil Jensen hat einzigartige Klangwerke mit Menschen aus Südindien, Ghana und Japan geschaffen und hat mit Künstlern wie Trentemøller, Nobody Beats the Beats und Clara Bryld aufgenommen, produziert und performt. Darüber hinaus hat er im Bereich der darstellenden Künste, bei Installationen und Performances u. a. mit The Mob und Superhands zusammengearbeitet.

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