CD TIPP: Ojo Balingo – Afrotunes – Best of Juju Vol. II – Oba Mimo Olorun Ayo
Die Debatte, ob es sich um eine Form von Neokolonialismus handelt, wenn westliche Labels Aufnahmen von in Vergessenheit geratenen Musikern aus afrikanischen Nationen wiederveröffentlichen, wird „bezeichnenderweise nur im Westen geführt“, stellt Jonathan Fischer in der Afropop-Kolumne der SZ fest.
In den Ursprungsländern selbst hätte sich um diese Musik niemand gekümmert. Umso dankbarer ist er für das Vorhaben des britischen Labels BBE, den gesamten Katalog des nigerianischen Labels Tabansi wiederzuveröffentlichen, schließlich schlummern darin „einige ganz famose Fundstücke: Etwa Zeal Onyias‚Trumpet King Zeal Onyia Returns‘ ein energiestrotzendes, frisch-fröhliches Highlife-Album des von Louis Armstrong als ‚highlife hep cat of Nigerian Jazz‘ gehypten Trompeters, er hatte zuvor in Deutschland klassische Musik studiert. Eine weitere Highlife-Preziose ist die von afrokubanischen Bläsersätzen angetriebene ‚Dytomite Starlite Band Of Ghana‘. Oder Ojo Balingos ‚Afrotunes‘: eine Rarität, die repetitive, percussionlastige Juju Sounds mit Psych-Rock-Gitarren hochkocht.“ © Perlentaucher, Efeu, 27.8.2019