Das 55. Frankfurter Jazzfestival im Rückblick
Stefan Michalzik (FR) und Peter Kemper (FAZ) schildern Ihre Eindrücke vom 55. Frankfurter Jazzfestival in Frankfurt. Meine Meinung: Tolle Namen und erwartbares. Leider. Kein Blick voraus und etwas Risiko wie in Leipzig oder Berlin täten dem Festival gut. Hinfahren muss man nicht. @radiohoerer
55. Deutsches Jazzfestival in Frankfurt: Deftig zulangen, aber auf Nummer sicher.
Von Stefan Michalzik. Eindrücke vom Deutschen Jazzfestival, das bei aller Pracht auch etwas mehr Risiko vertragen hätte.
Zum Finale am dritten und letzten der Kerntage im HR-Sendesaal bot das 55. Deutsche Jazzfestival in Frankfurt als große Zugnummer Bill Frisell auf. Der hatte sich gerade in seinen frühen Zeiten mit seinem antiorthodoxen Gitarrenspiel zuweilen auch auf eine entwaffnend virtuose Power eingelassen, etwa in John Zorns Band Naked City. Seit den neunziger Jahren währt seine Beschäftigung mit amerikanischer Wurzelmusik zwischen Country und Blues.
© FR, Musik, 28.10.2024
Von der Beredsamkeit der Blechbläser
Von Peter Kemper.„Du kannst alles, was du willst, mit einer Posaune sagen. Aber du solltest vorsichtig sein mit Worten“: Das 55. Frankfurter Jazzfestival beging das Ellington-Jahr mit viel Licht und etwas Schatten.
Im laufenden Ellington-Jahr – 125. Geburtstag und 50. Todestag – wurde bereits in Konzertprogrammen weltweit des bedeutendsten Jazzkomponisten des 20. Jahrhunderts gedacht. Die wahrscheinlich eindringlichste, respektvollste und zugleich gegenwärtigste Würdigung konnte man jetzt auf dem 55. Deutschen Jazzfestival Frankfurt erleben. Im ausverkauften Sendesaal des Hessischen Rundfunks hatte sich der Pianist Jason Moran mit der perfekt disponierten hr-Bigband verbündet, um die stilistische Bandbreite des Duke neu auszuloten.
© FAZ, Feuilleton, 29.10.2024