„Das Album lebt“ Kunstform Musikalbum von Julian Weber

Das Album ist viel mehr als Musik. Es verbindet Songs und Inszenierung. Und es ist auch vom Streaming der Songs nicht totzukriegen.

Dieses Jahr flogen erstmals prominente Zivilpersonen ins All. Was das mit dem Album als wichtigstem Format von Popmusik zu tun hat? Das Album ist ein Produkt des Space Age, des Raumfahrtzeitalters, das begann, als die Rüstungsindustrie nach Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 teilweise in Zivilwirtschaft überführt wurde. Plötzlich war Vinyl kein kriegswichtiges Material mehr, und die Geräte zur Feindaufklärung konnten auch zur Produktion von rührseligen Songs verwendet werden.



Nachdem die Flegeljahre des Pop in den 1950ern von 7-Zoll-Singles geprägt waren, die die Halbstarken-Gefühlswelt in zweieinhalb Minuten zusammenfassten, begann die Musikindustrie seit den 1960ern, ihre Stars mit 12-Zoll-Langspielplatten, Alben, zu bewerben. In der Musik wurde oftmals die Zukunft besungen und auf den Covers in klebrigen Science-Fiction-Träumen anschaulich illustriert. Zunächst bestanden Alben aus lieblos gekoppelten Songs, einigen Hits und vielen Nieten.



© TAZ, Kultur, 30.12.2021


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