Das Filter: Wochenend-Walkman vom 10.12.2016 mit Sage Caswell, Dubsuite und Rumer
Sage Caswell – Hoop Earring
Caswells Deep House, der sich an vielen Stellen in der Geräusch- und Soundkulisse von Techno abspielt, ruft nur oberflächlich nach Tanzfläche. Reduziert und fast skizzenhaft kommt die LP daher, doch mitnichten unvollständig. Unscharf die Flächen, rough die Percussion, butterweich die Echos: noch viel mehr als betanzt möchte Sage Caswell gehört werden. Damit das über eine Länge von zehn Tracks auch wirklich klappt, verklebt er sie mit Ambient, der aber nicht bloß Skit ist, sondern durchaus für sich stehen kann.
Dubsuite – Eigenleben
Historische Aufnahme! Vor zehn Jahren stellten Holger Flinsch und Martin Müller dieses Album fertig, jetzt ist es erstmals auf Vinyl erschienen. Mittlerweile geht das, macht das Sinn, damals schien die digitale Geburt genau richtig. Denn die rund 45 Minuten des geplanten Jams nutzen die ambiente Klammer des Dubtechno für die kategorische Betonung des ersten Wortteils und bollern nur dann, wenn es unausweichlich scheint…. Diese Akkorde, diese Akzente: Sie versetzen noch immer genau die richtigen Berge.
Rumer – This Girl’s In Love
David und Bacharach schrieben Hits für Dionne Warwick, Cher, The Carpenters und viele mehr, alle dürften mindestens fünf Songs kennen. Auch wenn es Leute gibt, die weder von Bacharach noch von David je gehört haben. Nun hat sich die Sängerin Rumer den Songkatalog der beiden vorgenommen. Eine Aufgabe, die so vermint ist, dass man lieber auf Zahnstochern surfend den Atlantik überqueren würde. Aber Sarah Joyce macht das ziemlich gut. Eine souverän umgesetzte, hochklassig klingende Reminiszenz. Darf ja auch mal Mainstream sein.
© Das Filter, 10.12.2016 • SOUNDS – Text: Redaktion