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! Das ist Streaming-Realität von Spotify !

Hatten Sie jemals das Gefühl, betrogen worden zu sein? Ein tiefer Einblick in die Streaming-Realität von Spotify.

Eine Analyse von The Black Dog und weitergegeben von Jochen Kleindienst.

Wenn jemand eine Streaming-Plattform wie Spotify erwähnt, fallen oft Sätze wie: „Wir haben dich dort entdeckt“ oder „Ich habe dort mehr neue Musik kennengelernt.“ Aber gehen wir einen Schritt zurück und fragen: Wie wahrscheinlich ist das auf einer Plattform mit über 100 Millionen Songs? Die Realität ist: Sie sind nicht jeder, und was Sie sind, ist ein Ausreißer. Hier ist der Grund dafür.

Die harten Zahlen:

Die harte Realität des Streamings
Der Katalog von Spotify enthält Millionen von Titeln, aber die Verteilung der Streams ist erschreckend ungleich. Schauen wir uns das genauer an:
Top-Songs (über 1 Milliarde Streams):

Nur 33 Songs haben mehr als 1 Milliarde Streams erreicht – ein winziger Bruchteil des Katalogs.
Hohe Streaming-Zahlen (100 Mio. bis 1 Mrd. Streams):
4.800 Songs fallen in diese Kategorie.
Streaming auf mittlerem Niveau (10 bis 100 Millionen Streams):
60.000 Songs haben zwischen 10 und 100 Millionen Streams erzielt.
Streaming auf niedrigem bis mittlerem Niveau (1 bis 10 Millionen Streams):
427.700 Songs werden zwischen 1 und 10 Millionen Mal gestreamt.
Mittlere bis untere Kategorie (100.000–1 Million Streams):
2,1 Millionen Songs fallen in diesen Bereich.
Untere Kategorie (1.000–100.000 Streams):
24,1 Millionen Songs werden zwischen 1.000 und 100.000 Mal gestreamt.
Sehr niedrige Kategorie (101–1.000 Streams):

  • 34,6 Millionen Songs liegen in diesem Bereich.
    Kaum gespielt (11–100 Streams):
  • 47,7 Millionen Songs werden zwischen 11 und 100 Mal gestreamt.
    Nicht gespielt oder fast nicht gespielt (0–10 Streams):
  • Unglaubliche 93,2 Millionen Songs werden 10 Mal oder weniger gestreamt – das größte Segment der Pyramide.

Diese Aufschlüsselung zeichnet ein deutliches Bild: 87 % der Titel werden weniger als 1.000 Mal abgespielt. Für die Künstler hinter diesen Titeln bedeutet dies null nennenswerte Einnahmen.

Nichts, nada, verdammt nochmal.
Warum passiert das?


Spotify vermarktet sich selbst als Drehscheibe für die Entdeckung von Musik.

Aber wenn 93 Millionen Titel weniger als 10 Mal abgespielt werden, wie effektiv ist das dann?

Die Daten sagen uns Folgendes.


Konzentration auf ältere Hits:
45 % der auf Spotify gestreamten Musik wurde vor 2010 geschrieben. Das bedeutet, dass ältere, etablierte Hits dominieren, während neuere Titel um Aufmerksamkeit kämpfen.
Zu den meistgestreamten Titeln gehören Klassiker wie Bohemian Rhapsody (1975) und neuere Hits wie Glimpse of Us (2022).

Algorithmische Voreingenommenheit:
Die Algorithmen von Spotify neigen dazu, Titel mit bereits hoher Interaktion zu bevorzugen, was den Erfolg von Top-Künstlern verstärkt und es kleineren Künstlern erschwert, sich durchzusetzen.

Interne „gefälschte“ Musik:
Zu Spotifys „Perfect Fit Content“ gehören algorithmisch generierte Titel, die mit echten Künstlern um Streams konkurrieren und die Möglichkeiten für echte Entdeckungen schmälern. Mehr dazu erfahren Sie hier: https://harpers.org/…/the-ghosts-in-the-machine-liz…


Die Pyramide der Ungleichheit
Die Visualisierung der Zahlen als Pyramide verdeutlicht die extreme Ungleichheit:
Spitze der Pyramide: 33 Songs mit über 1 Milliarde Streams.
Basis der Pyramide: 93,2 Millionen Titel mit weniger als 10 Streams.

Diese Ungleichheit unterstreicht die Tatsache, dass ein kleiner Teil der Titel die Plattform dominiert, während die überwiegende Mehrheit ungehört bleibt.
Ein Aufruf, das System zu überdenken.


Für unabhängige Künstler sind diese Zahlen eine ernüchternde Erinnerung:

Der Streaming-Kampf ist weitgehend vorbei. Plattformen wie Spotify bedienen überproportional etablierte Hits und algorithmusfreundliche Titel und lassen wenig Raum für echte Entdeckungen.

Der DIY-Ansatz mag zwar mehr Aufwand erfordern, aber es ist klar, dass alternative Strategien der Schlüssel zu einer nachhaltigen Zukunft sind.


Wenn Sie sich also jemals gefragt haben, wohin der Großteil des Geldes fließt, brauchen Sie nur einen Blick auf die Top 33 Songs zu werfen. Streaming-Plattformen wie Spotify haben die Musikindustrie zwar verändert, aber auch die Ungleichheiten verstärkt.

Es ist an der Zeit, sich zu fragen: Ist das für uns in Ordnung?
Haben Sie jemals das Gefühl, betrogen worden zu sein?

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6 Kommentare zu „! Das ist Streaming-Realität von Spotify !

  • Das kommt dem Gros der Musikkonsumenten entgegen. Keine Fachpresse über Musik lesen, kein Fachgeplänkel im Plattenladen oder Unterhaltungen mit Musikern nach Konzerten – einfach klicken, und die Maschine gibt mir, was ich möchte: meine Lieblingsmusik. Das die Mehrheit der Musiker aber nicht von diesem System leben kann, und andere Wege finden muss, um zu überleben… evtl. aufhören, Musik zu machen, das stört die Beatles-Hörer nicht, und auch nicht die Billie-Eilish- oder Lady-Gaga-Hörer. Aber der größte Teil der Pyramide bleibt ohne Wasser und wird verdursten.

    Ein Glück, dass ich noch Zugang zu Menschen hatte, die mit Neugierde neue Musik gefunden und weitergegeben haben, unabhängig, ob die Musik viel Geld macht oder ob der Künstler an der Spitze der Charts steht. Diese Nieschen gilt es zu stärken.

    Danke, portfuzzle!

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    • portfuzzleBeitragsautor

      Danke, Lucky.

      Die große Masse stört es einfach nicht.
      Die bezahlen ja und haben somit ein reines Gewissen und der Rest ist ihnen egal.
      Und die großen Musikkonzerne wie z.B. Sony Music können gut damit leben, denn sie verdienen ja auch mit.
      Wo soll man da ansetzen?

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    • the great beyond

      Hallo Lucky,

      „kein Fachgeplänkel im Plattenladen“
      Mein nächster Plattenladen ist 30 km entfernt …
      Für mich war Radio immer die wichtigste Quelle, neue Musik zu entdecken. Leider muss ich heute inspirierende Radiosendungen wie die Stecknadel im Heuhaufen suchen.
      Beatles-, Billie-Eilish- und Lady-Gaga-Hörer-Bashing finde ich übrigens nicht so toll.
      Die Pop-Musik der 60er war meine musikalische Sozialisation. Ist das was Falsches?

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      • Hi the great beyond,

        mir ging es überhaupt nicht darum, Pop-Musik niederzumachen. Ich wollte klarstellen, dass etablierte Künstler wie Eilish, Gaga und die Beatles kein Problem mit Hörerzahlen haben, aber abseitige Musiker über kurz oder lang in diesem Spotify-System abkacken werden. Meine Tochter ist ein großer Billie-Eilish-Fan, wenn ich anfangen würde, Billie zu bashen, dann hätte ich aber ganz schnell Stress am Hals. 🙂

        Ich bin mit Frankie Goes to Hollywood großgeworden, das waren auch keine Independents sondern ein Retortenprodukt das ich als Teenie eben toll fand. Durch Art of Noise, ein anderes Produkt aus dem gleichen Stall habe ich dann den Absprung zu Jazz und Klassik und anderer Musik geschafft. Und Lippegaus und Co. im Radio haben mir geholfen, meinen Horizont zu erweitern.

        Vielleicht liege ich ja auch falsch, und das Internet ermöglicht mehr schräges Zeug als früher. Nur – wie können die Musiker davon leben? Von Spotify kriegen sie auf jeden Fall keine Schnitte ab.

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        • portfuzzleBeitragsautor

          Hallo zusammen.
          Jede Musik hat ihre Berechtigung. Heute Billie Eilish und früher Suzi Quatro oder so ähnlich. Die Zeiten ändern sich und mit ihnen die Popmusik.

          Wie schon in „the great beyond“ erwähnt, sind auch für mich die Radiosendungen die Quellen neuer Entdeckungen und damit sind wir uns ja einig.
          Und aktuell kann ich jedem die Sendung Late Junction auf BBC empfehlen.
          Die Zahl der Veröffentlichungen, die ich aufgrund dieser Sendung gekauft habe, ist locker zweistellig.
          Die Bandbreite ist der Wahnsinn. Ehrlich, wer Neues abseits des Mainstreams hören will, ist dort genau richtig.
          Nicht umsonst veröffentliche ich deren Sendungen auf meinem Blog. Die Sendungen sind 4 Wochen nach hörbar (bei mir auch gerne länger;) und haben Playlisten.

          Bandcamp ist für mich die einzige Alternative zu Spotify.
          Man muss sich nur die Zahlen anschauen, was an Geld an die Musiker geht und bei dem Bandcamp Friday geht die Kohle direkt an Sie.
          Das hat sonst niemand!

          Eine Ergänzung habe ich noch: Die „Freakzone“ Sendung auf der BBC. Dort gibt es eher Rockmusik, was nicht heißen soll, dass dort auch mal John Coltrane gespielt wird. Oft gibt es ein Special Album, das etwas ausführlicher gespielt wird. Letztens war es Fred Frith mit seinem Guitar Solo Release von 1974.

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  • the great beyond

    Hallo zusammen,
    Tochter-Stress wäre bei mir bei Kritik an Taylor Swift garantiert 😉
    Wobei ich die Sachen, die sie mit The National zusammengemacht hat, durchaus hörenswert finde.
    @ portfuzzle
    Danke für die Sendungstipps auf BBC. Ich werde reinhören.
    Liebe Grüße

    Antworten

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