„Denn alles, Welt und Himmel ruht in ihr“ Die Lange Nacht der Kater und Katzen von Katharina Palm (2014)

Sinnlich schnurrend durchstreifen sie die Bücherwelt. Ob Charles Baudelaire oder Doris Lessing, große Literaten haben ihnen gehuldigt und sie in Romanen, Versen und Essays verewigt. Komponisten aller Richtungen haben bewiesen, dass Katzenmusik weit besser ist als ihr Ruf.

In dieser Langen Nacht wird von Katzengöttern und -Dämonen erzählt, die in Ägypten und Japan verehrt und gefürchtet werden. Von den ganz realen himmlischen Sphären in welche die Felidae bereits vorgedrungen sind, noch bevor es ein Mensch tat und warum sie noch heute von dort oben auf uns herab schauen. Es wird der Frage nachgegangen was Katzen mit Quantenmechanik zu tun haben und in welchen öffentlichen Ämtern sie unverzichtbar sind. Lassen sie entführen in die rätselhafte Welt der zärtlichen Kratzbürsten und entdecken Sie ihre widersprüchlichen, philosophischen, literarischen und oft auch skurrile Seiten.



Auszug aus dem Manuskript:

„Es wäre mir sehr lieb, wenn du nicht immer so schnell erscheinen und verschwinden würdest: Du machst einen ganz schwindlig.“

„Schon gut“, sagte die Katze, und diesmal verschwand sie ganz langsam, wobei sie mit der Schwanzspitze anfing und mit dem Grinsen aufhörte, das noch einige Zeit sichtbar blieb, nachdem das Übrige verschwunden war.

„Oho, ich habe oft eine Katze ohne Grinsen gesehen“, dachte Alice, „aber ein Grinsen ohne Katze – so etwas Merkwürdiges habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen!

Ist die Grinsekatze schon weg oder sitzt sie noch auf ihrem Ast, wenn auch nur noch ihr Grinsen? Eigentlich kann sie ja nur entweder da oder weg sein, dem logischen Verständnis nach. Eine ähnliche Frage wirft das Gedankenexperiment von Erwin Schrödinger auf, in dem eine Katze die Hauptrolle spielt.

Ulrich Woelk:Die Idee hinter Schrödingers Katze und dem Gedankenexperiment ist, dass wir als Menschen in der Welt, wenn wir Dinge beobachten, die Welt und die Dinge beeinflussen. Das ist eigentlich der Grundgedanke von diesem Experiment.

Und was Erwin Schrödinger gemacht hat war der Versuch dafür ein griffiges Bild zu finden.

Und er hat gesagt, wir stellen uns eine Katze vor, die wir in eine Kiste sperren. Und in dieser Kiste, das ist alles sehr brutal, es gibt zwei Versionen, ist entweder ein Revolver oder eine Giftkapsel noch. Angesteuert wird der Revolver bzw. die Giftkapsel von einem Atom das radioaktiv ist und das zerfällt.

Und da kommt die Quantenmechanik ins Spiel, denn das ganze ist ein Beispiel zur Illustration der Quantenmechanik, also einer physikalischen Theorie.

Wenn ein Atom zerfällt, kann man nicht voraussagen wann es zerfällt. Es kann gleich geschehen, es kann auch in 3 Jahren geschehen es kann auch erst in 30.000 Jahren geschehen, das ist von Atom zu Atom verschieden.“

Der Astrophysiker und Autor Ulrich Woelk spielt in seinem Roman „Schrödingers Schlafzimmer“ mit diesem Gedankenexperiment und überträgt es in seiner Geschichte auf das reale Leben. Er erklärt, dass solange man nicht in die Kiste hineinschaue, die Katze sowohl tot als auch lebendig ist, denn man weiß ja nicht wann das Atom zerfällt und der Revolver losgeht oder sich die Giftkapsel öffnet.

© Deutschlandfunk, Lange Nacht, 9.8.2014

Danke, das Du meinen Beitrag kommentieren möchtest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: