Der außerirdische – Reise durch den Inner Space des Schriftstellers Clemens Setz

Clemens J. Setz wird der „Außerirdische“ der deutschen Gegenwartsliteratur genannt. Ufos lassen ihn erschauern, Autopsien von Aliens flössen ihm religiöse Gefühle ein. Von Manuel Gogos.

Die Texte von Clemens Setz sind literarische Sonderzonen: schwer zu betreten, schwer zu befahren; kreiert irgendwo im Grenzbereich zwischen Surrealismus und Science Fiction, sublimem Horror und groteskem Humor. Seine Erzähler sind oft einsam wie Satelliten, die durchs Weltall treiben. Aber ihre Geschichten sind so abgründig wie das Deep Web. Fragt man Setz, wie er zu seinen außerirdischen Stoffen kommt, erzählt er, wie er manchmal abends im Dunkeln sitzt, um sich innerlich in eine Sache „hineinzubohren“. Wie er auf Bildschirme starrt, bis sich die Netzhaut von seinen Augen löst oder über seine In-Ear-Kopfhörer weißes Rauschen hört, das seinen Tinnitus übertönt. Er schreit die Dinge an, bis sie eine Seele haben.



© WDR 3, Kulturfeature, 12.6.2022

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