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„Der Autor und sein Double“ Christian Kracht ist nicht zu fassen

Christian Kracht zählt zu den modernen deutschen Schriftstellern. Mit „Faserland“ bekannt geworden und zunächst als sogenannter Pop-Autor verharmlost, hat er mit „1979“, „Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten“, „Imperium“ und zuletzt „Die Toten“ deutlich an Profil gewonnen.

Von Thomas Palzer

Begleitet ist sein Oeuvre von Skandalen und Pseudo-Skandalen, wie zuletzt im Mai 2018. Da hielt der 1966 in der Schweiz geborene Schriftsteller an der Frankfurter Goethe-Universität eine Poetik-Vorlesung, die der Reihe an Skandalen einen weiteren hinzufügte. Als Junge in einem kanadischen Internat missbraucht, zieht Kracht eine Verbindung von dieser Erfahrung zu seinem Werk von der ersten Zeile an.

Charakteristisch für Kracht und seine Romane ist eine Ästhetik des Verschwindens – des Verschwindens der Figuren und des Autors. Suspekt ist der Autor dem deutschen Feuilleton – erst misstraute man ihm, dann verharmloste man ihn als Pop, und jetzt jubelt man ihn zu Tode.

Wer ist Christian Kracht?
Wir geben sofort die Antwort: Christian Kracht ist sein Double.

BR 2019

© Bayern 2, Nachtstudio, 11.6.2019

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