Der Schriftsteller Jurek Becker „Fröhlich wie selten“. Eine lange Nacht von Vera Teichmann.

Weltbekannt wurde er mit seinem Roman „Jakob der Lügner“, aber in Deutschland auch als Drehbuchautor für die Serie „Liebling Kreuzberg“: Jurek Becker erlebte den Holocaust und die Repressalien der DDR – das bewegte Leben eines kritischen Schriftstellers.

„Ich wurde am, in, als einziges. Mein Vater war, meine Mutter. Bei Kriegsanbruch kam ich, wo ich bis zum. Nach Ende des blieb mein Vater mit mir, was ich bis heute nicht. Er hätte doch auch. Jedenfalls ging ich zur und wurde ein halbwegs normales. Das änderte sich, als ich den Beruf eines. Wenn ich auf mein bisheriges zurückblicke, dann muss ich leider sagen.“

Der Autor des Romans „Jakob der Lügner“ und der erfolgreichen Fernsehserie „Liebling Kreuzberg“ beherrschte es meisterhaft, literarische Miniaturen auf Postkarten zu schreiben – hier seinen Lebenslauf.

Ob Jurek Becker ein fröhlicher Mensch war, wurde der Literaturkritiker Marcel Reich Ranicki, der ihn recht gut gekannt hat, einmal von einem interessierten Leser gefragt. Die Antwort:

„Er war ein begabter, witziger, freundlicher, liebenswürdiger Mensch. Ein fröhlicher? Er war Jude, und ich bin nicht sicher, ob ein Jude, der das erleben musste, was Becker erlebt hat, fröhlich sein kann.“

Entscheidend für seinen Gemütszustand war vielleicht weniger das, was Jurek Becker im Leben widerfahren ist, als vielmehr die Haltung, die er beschlossen hat, dazu einzunehmen: Was man nicht ändern kann, darüber lohnt es nicht zu grübeln, aber für das, was man in der Hand hat, lohnt es zu kämpfen.





© Deutschlandfunk, Lange Nacht, 24.9.2022/31.12.2017

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