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Die Komponistin Rebecca Saunders. Von Michaela Fridrich

„Mit dem Komponieren immer wieder an das Gleiche heranzutreten und es aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten“ – das fasziniere sie an ihrer Arbeit besonders, bekannte Rebecca Saunders einmal.

Die 1967 in England geborene Künstlerin war 2019 die erste komponierende Frau, die den so prestigeträchtigen wie hochdotierten Ernst von Siemens Musikpreis entgegennehmen durfte. Dass in diesem Zusammenhang um ihr Frausein so viel Wirbel gemacht wurde, fand sie allerdings ziemlich irritierend. Denn für ihre Arbeit spielt das Geschlecht keine Rolle. Dafür lässt sie sich gerne von literarischen Texten oder von bildender Kunst zu ihren Werken inspirieren: Samuel Beckett, James Joyce und Mark Rothko sind einige der Künstler, deren Schaffen ihre Kreativität triggert. Die Musik von Rebecca Saunders lebt dabei von starken Gegensätzen und orientiert sich oft an den Räumen, für die sie geschrieben ist. Dabei entwickeln ihre Klänge eine geradezu skulpturale Qualität, die man fast mit Händen greifen möchte.



BR Klassik, Horizonte, 18.10.2022

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