Die Radiotipps für den 11.3.2025
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Neue Musik
„Werde, was du bist!“ Johannes Kreidlers Ideal eines gegenwärtigen Komponierens. Von Michael Rebhahn
Komponiere erst dann, wenn du weißt, weshalb. Johannes Kreidler setzt in seinem Unterricht an der Musik-Akademie Basel auf kritische Selbsterkenntnis.
18:00 Uhr ByteFM Forward The Bass mit Karsten Frehe
Ups And Downs
Hinter dem Projekt Dream Cycle Inc. verbirgt sich der Belgier Jan Dewulf (Foto). Auf dem nun vorliegenden, digitalen Release „Good Boy“ bei Echo Beach fusioniert der Produzent verschiedene elektronische Soundscapes zu einer gut tanzbaren Melange. Sowohl “Good Boy” als auch der zweite Track “Sea Shel(l)ter” erinnern klanglich an die späten 90er- und beginnenden 2000er-Jahre, als Crossover-Sounds im Bereich Dub eine relevante Rolle gespielt haben. Mit Dub Cycle Inc. transferiert Jan Dewulf den frischen Geist von Dreadzone und Co. ins Jetzt. Neue Töne gibt es auch von Lutan Fyah, Tasheeno (im Umberto Echo Dubmix), F.Y.A.H., Brother Culture sowie Fyah Ises, der auf den britischen Dubmeister Jonah Dan trifft. Zudem sind Tracks von Solja & Jess, Molara, I Roy und Sr. Wilson in der Sendung zu hören.
19:00 Uhr ByteFM Trail Of Songs mit Arne Schumacher
On The Ridge
Dean Owens, der Schotte mit der Americana-Seele, war zur Produktion seines jüngsten Albums ausnahmsweise in Norditalien. Was ihn musikalisch keineswegs von seinem ganz persönlichen Weg abbrachte. „Mëda Medusa“ ist das Solo-Debüt von Drummerin/Sängerin Maria de Val alias Maria Moling, vormals Mitglied des Folkpop-Terzetts Ganes und des Rock-Song-Gespanns Me + Marie. Sunny War, die mit Rock und Punk aufgewachsene Songfrau aus Nashville, Tennessee, konnte für ihr jüngstes Albums unter anderem L.A.-Punk-Legende John Doe („X“) als Backgroundsänger gewinnen. Der Schweizer Ausnahme-Vokalist Andreas Schaerer komponierte eine atmosphärische Ballade für seinen Landsmann Bruno Manser, verschollener Umweltaktivist und Freund des Stammes der Penan von Borneo. Zwei gestandene Größen zum Finale dieses Trails: Ex-Jayhawks-Mastermind Gary Louris und der englische Songmeister Iain Matthews aus den Niederlanden.
19:00 Uhr HR 2 Hörbar
Mdou Moctar: Tuareg Blues revisited & mehr Musik grenzenlos
Neu und zugleich bekannt ist das neue Album von Tuaregrocker Mdou Moctar: „Tears of Injustice“. Dazu hat er die wütenden, fast schon punkigen Stücke des Vorgängeralbums „Funeral for Justice“ von 2024 umgearbeitet. Das Ergebnis ist hypnotisch und meditativ.
19:04 Uhr Bayern 2 Zündfunk
„Die Atombombe in der Popkultur“ Mit Tobias Ruhland und Ann-Kathrin Mittelstraß
19:15 Uhr Deutschlandfunk Feature
„Gefährliche Freundschaften: Im Hungern nicht allein“ Von Johanna Rubinroth und Carla Siepmann
Regie: Iris Drögekamp SWR/Deutschlandfunk 2023
Gemeinsames Hungern um die Wette, Trost und Abführmittel bei Fressattacken, ein non-stop-Austausch über Kalorien und Gewicht: in „ProAna”- und „ProMia”-Gruppenchats werden Essstörungen wie Anorexie und Bulimie verherrlicht.
Ein krankhafter BMI – body mass index – wird zum Ideal, Unterernährung zur Norm, zur Möglichkeit Disziplin und Selbstkontrolle auszuüben. Die Gemeinschaft und das Gefühl der Zugehörigkeit machen die Online-Community attraktiv und den Ausstieg schwer. Gefahr lauert auch von sogenannten „Coaches“, die ihre Macht über die Betroffenen missbrauchen. Männer, die die (Sehn-)Sucht nach einem schlanken Körper für die Beschaffung von Nacktfotos ausnutzen. Für viele Erkrankte endet die Magersucht tödlich.
20:03 Uhr WDR 3 Konzert
Singen auf dem Kontrabass!
Raus aus dem Schatten und rein ins Rampenlicht: das ist das Motto des Kontrabassisten Dominik Wagner. Und so spielt er in der Viersener Festhalle ein rundherum abwechslungsreiches und kurzweiliges Solo Programm auf seinem großen Instrument.
Dominik Wagner, Kontrabass + Lauma Skride, Klavier
Aufnahme vom 18.Dezember 2024 aus der Festhalle, Viersen.
20:10 Uhr Deutschlandfunk Hörspiel
„Das Koma“ Von Alex Garland
Regie und Bearbeitung: Nick Mockridge
Komposition: Raphael Levi
Ton und Technik: Alexander Brennecke, Christoph Richter
Deutschlandfunk/HfS Ernst Busch 2014
Carl wird niedergeschlagen und fällt ins Koma. Er bewegt sich in einer beklemmenden Traumlandschaft, versucht verzweifelt, aus dem Labyrinth herauszufinden. Traum und Wirklichkeit sind so untrennbar miteinander verwoben, dass er sich darin zu verlieren droht. Der Deutschlandfunk stellt Hörspiele von Regiestudenten der Ernst-Busch-Hochschule vor, die den Auftrag hatten, einen selbstgewählten Stoff für das Radio zu bearbeiten und zu inszenieren.
Nick Mockridge, geboren 1984 in Bonn, Studium der Schauspielregie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. 2013 Diplominszenierung „Baal“ von Bertolt Brecht an der Schaubühne Berlin.
21:00 Uhr rado 3 / NDRKultur Neue Musik
Der Komponist Philip Glass. Mit Andreas Göbel
Zusammen mit Steve Reich gilt er als einer der Väter der „Minimal Music“. Weltruhm erlangte Philip Glass v. a. in den 70er-Jahren mit seiner über vierstündigen Oper „Einstein on the Beach“ in der Regie von Robert Wilson. Sein erstes Violinkonzert hat gut zehn Jahre später auch die Konzertsäle erobert. Die Popularität etlicher seiner Werke hat jedoch auch Zweifler auf den Plan gerufen. Ist aus dem damaligen Musikrevolutionär Philip Glass heute ein gefälliger Vielschreiber geworden, der sich nur noch wiederholt? Eine kritische Würdigung des Komponisten.
21:00 SWR Kultur / HR 2 JetztMusik
ECLAT 2025 – Kammerspiele 2
Theo Nabicht (Kontrabassklarinette)
Neue Vocalsolisten Stuttgart:
Johanna Vargas, Susanne Leitz-Lorey (Sopran)
Helena Sorokina (Mezzosopran)
Daniel Gloger (Countertenor)
Martin Nagy (Tenor)
Guillermo Anzorena (Bariton)
Andreas Fischer (Bass)
Klangregie: Matthias Schneider-Hollek
Luxa Mart*in Schüttler: Diskreter Wolf für 6 Stimmen und Elektronik (Uraufführung der Neufassung)
Elena Rykova: a hollow heart full of holes für 5 Stimmen und Elektronik (Uraufführung)
Bernhard Lang: loops for basses, Politische Reden für Bass und Kontrabassklarinette (Uraufführung)
Kuba Krzewinski: Trigger Warning für 5 Stimmen und Video (Uraufführung)
Agnieszka Jakimiak: Dramaturgische Beratung
(Konzert vom 8. Februar 2025 im Theaterhaus Stuttgart)
21:05 Uhr Deutschlandfunk Jazz Live
„Spielfluss aus einem Guss“ Das Jacob KarlzonTrio
Jacob Karlzon, Piano
Morten Ramsbøl, Bass
Rasmus Kihlberg, Schlagzeug
Aufnahme vom 29.6.2024 bei JazzBaltica, Timmendorfer Strand
Am Mikrofon: Karsten Mützelfeldt
Der Auftritt des schwedischen Pianisten Jacob Karlzon und seines Trios war ein Höhepunkt der JazzBaltica 2024. Der Spielfluss der Band mit großen Bögen von feinsinniger Klangmalerei bis zu ungemein dynamischen Passagen riss das Publikum mit. Mit Jazz aus Skandinavien werden immer wieder stereotype Klischees verbunden: Die Dänen spielen demnach gerne Mainstreamjazz im Stil der Amerikaner, ihre norwegischen Kollegen verarbeiten stattdessen lieber heimische Hymnen und Folk-Melodien. Und die Schweden? Sie bewegen sich zwischen diesen Ausdrucksformen. Auf Jacob Karlzon trifft dies allemal zu. Nach Anfängen als Begleiter der Sängerinnen Rigmor Gustafsson und Viktoria Tolstoy trat der heute 54-jährige Pianist aus ihren Schatten heraus und konnte sich vor allem als Leiter eines ausgesprochen geschlossen und organisch agierenden Trios einen Namen machen.
22:00 Uhr radio3 / NDRKultur Jazz
„Magic Tapestry“ Das Joe Lovano Trio beim Jazzfest Berlin 2024
Am Mikrofon: Holger Zimmer
Das Joe Lovano Trio gastierte beim Jazzfest Berlin 2024. Der US-Saxophonist Joe Lovano hat sich in diversen Formationen viele Lorbeeren verdient und unterschiedliche Genres ausprobiert. 2018 gründete Lovano mit dem Trio Tapestry sein wohl bisher experimentellstes Projekt: Ohne Bass, dafür mit seinem alten Freund Carmen Castaldi an den Drums – und der gefeierten Marilyn Crispell am Klavier. Ein Trio, das filigran und überlegt spielt – und sehr präzise. Ein Höhepunkt des Jazzfests 2024. Wir senden Ausschnitte des Konzerts vom 1. November 2024 aus dem Haus der Berliner Festspiele.
22:03 SWR Kultur / HR 2 Open World
Tony Canto: Cantautore und Produzent zwischen Sizilien und Brasilien
22:03 Uhr WDR 3 Jazz
Frans Poptie – Fiddling Around The World. Mit Götz Alsmann
Wer beim Stichwort „Jazzgeige“ nicht weiter kommt als zu Stephane Grappelli oder Joe Venuti, wird mit dem Niederländer Frans Poptie und seiner Band, den Swing Specials, ein gehöriges blaues Wunder erleben.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Feature
„Weg mit den Chefs!“ Warum Firmen mehr Demokratie wagen
Von Jessica Braun Regie: Matthias Kapohl Deutschlandfunk 2020
Sehr viel Zeit verbringen die Deutschen arbeitend, sehen die Kollegen oft häufiger als Familienmitglieder. Dafür haben sie auf das, was in der Firma passiert, erstaunlich wenig Einfluss. Die deutschen Unternehmen wirken wie die letzten Bastionen des Feudalismus.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Musikszene
„East-West-Central-South“ Jan Gerdes präsentiert neue Klaviermusik vom afrikanischen Kontinent
Von Sophie Emilie Beha
Wie kann zeitgenössische Klaviermusik vom afrikanischen Kontinent klingen? Pianist Jan Gerdes gibt seine Antwort mit dem Album „East-West-Central-South“. Hierfür hat er Musik aus allen Himmelsrichtungen des Kontinents eingespielt. Er zeigt die Bandbreite afrikanischer Klaviermusik der Gegenwart und spielt sechs Werke von Komponierenden aus Südafrika, Äthiopien, Nigeria und dem Kongo aus den Jahren 1987 bis 2022. In einer zunehmend internationalisierten und diversifizierten Szene der zeitgenössischen Musik stellt Gerdes somit das aktuelle Musikschaffen einiger afrikanischer Länder in den Fokus. Das Album zeigt vielschichtige Herangehensweisen, Kompositionsformen und Klangsprachen. Es ist ein kleines Fenster in einen riesigen Kosmos.
23:00 Uhr HR 2 Doppelkopf
Am Tisch mit Brigitte Buchsein, blinde Vikarin, Softwareentwicklerin
Brigitte Buchsein aus Oberursel ist als Baby erblindet, musste mit sechs Jahren in ein Internat. In ihrem Wohnort gab es keine Grundschule für blinde und sehbehinderte Jungen und Mädchen. Mit Hanny und Nanny-Idylle hatte das wenig zu tun, sagt sie.
23:03 Uhr SWR Kultur Musikstunde
„So klingt London! (2/5)“ Mit Wolfgang Sandberger
„Bing – bang – bong – dong“ – wer je in London war und die Glocken des Big Ben nicht gehört hat, hat etwas verpasst. Keine andere Stadt der Welt hat ein so eindeutiges musikalisches Signet. Und in London spielt immer schon die Musik. Von William Byrd oder John Dowland über Henry Purcell und den Wahlengländer Händel bis hin zu Edward Elgar oder Eric Coates: London ist keineswegs die Hauptstadt eines „Landes ohne Musik“. Und die Metropole an der Themse ist zugleich ein Hotspot der Popkultur: ob Queen, Amy Winehouse oder Sting. Die Musikstunde ist in dieser Woche ein Streifzug durch die „Streets of London“, durch die ehrwürdigen Kathedralen, Konzert- und Opernhäuser der englischen Hauptstadt – Entertainment inbegriffen. (SWR 2023)
23:03 Uhr Bayern 2, Bremen Zwei und MDR Kultur Nachtmix
Trotzdem! Mit Noe Noack
Um Widerstand und Trotz geht es im heutigen „Nachtmix“ von Bayern 2. Um Musikerinnen und Musiker die sich nicht zermürben lassen, trotz privater wie politisch niederschmetternder Ereignisse. Die einfach weitermachen gegen alle Widerstände mit Wut, Witz und vor allem ohne Selbstmitleid. „Es geht darum, gegen alle Widerstände zu kämpfen und das Gefühl zu haben, dass dir jemand von der anderen Seite hilft. Und wenn sie dich sehen, ist das der Test“, singt Billy NoMates auf ihrer neuen Single „The Test“. Mdou Moctar kämpft mit seiner Musik gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung. Der schillerndste Vertreter des „Tuareg Blues“ verbindet Elemente des Blues mit Rock und traditioneller afrikanischer Musik. Auf seinen Alben „Funeral for Justice“ und „Tears Of Injustice“ verarbeitet er Wut und Trauer über den Militärputsch im Niger 2023, als die demokratisch gewählte Regierung gestürzt wurde. Last but not least trotzen die Post-Rock-Gewährsmänner Mogwai aus Schottland ihren persönlichen Krisen mit neuem Album und haben dabei sogar Pop-Melodien und Gesang entdeckt.
23:03 Uhr Ö1 Sound Art: Zeit-Ton
musikprotokoll 2024. Engin Dagliks Reise durch den Klang
Klavier, Donnerblech und Angelschnüre, gespielt von Carolina Santiago Martínez
Inspiriert von Aloysius Bertrands „Gaspard de la nuit“ fängt Engin Dagliks „a light stung the darkness I“ den flüchtigen Moment ein, in dem eine Idee die Leere durchdringt und sie in plötzliches Licht taucht. Dieses Stück entführt die Zuhörer:in in eine kunstvoll gewobene auditive und visuelle Landschaft, in der Klang, Licht und Raum zu einem immersiven Erlebnis verschmelzen. Im Mittelpunkt der Komposition stehen ein Klavier, ein Donnerblech und sechs Angelschnüre, die die Klaviersaiten mit dem Donnerblech verbinden. Diese unkonventionelle Anordnung prägt nicht nur die Klanglandschaft, sondern bestimmt auch die Interaktion des Interpreten, was zu einem dynamischen Zusammenspiel von Bewegung und Musik führt.