Doku-Tipp: „Why Are We (Not) Creative?“ von Hermann Vaske. Ab heute in den Kinos

Der Film ist die Fortsetzung von Hermann Vaskes einzigartiger und unterhaltsamer Dokumentation „Why Are We Creative?“ und der zweite Teil seiner kreativen Trilogie auf der Suche nach den Geheimnissen der Kreativität. Während der erste Film (2018) die Stimuli der Kreativität – Spiritualität, Sex, Geld, Angst und Ehrgeiz – aufspürt und identifiziert, folgt WHY ARE WE (NOT) CREATIVE? Hermann Vaske und seinem Sidekick, dem US-amerikanischen Schauspieler Michael Madsen („Once Upon A Time in Hollywood“), auf ihrer Mission, die Ideenkiller zu entlarven.

Was hindert uns daran, kreativ zu sein? Was steht uns im Weg? Gemeinsam identifizieren Regisseur Hermann Vaske und sein Sidekick, US-Schauspieler Michael Madsen, die gegensätzlichen Kräfte, die als Beta-Blocker der kreativen Energie wirken – Zensur, Selbstzensur, Geld, Angst, Bürokratie, Kompromiss, Ablenkung und die Gatekeeper – es ist ein existenzieller Kampf zwischen den Engeln und Dämonen der Kreativität. Angreifer gibt es viele, sie lauern überall, bedrohen das kreative Schaffen. Und ironischerweise sind die Gründe, nicht kreativ zu sein, oft die Auslöser, die uns zu noch größerer Kreativität motivieren.



Erneut gelingt Hermann Vaske ein Tour de Force-Ritt durch das Who’s who der Kreativszene mit ebenso erstaunlichen wie inspirierenden Einblicken. Dabei trifft er in „WHY ARE WE (NOT) CREATIVE?“ auch Menschen zu Gesprächen, die sich als Aktivisten für Freiheit, Demokratie und Klimawandel einsetzen, so Joshua Wong aus Hongkong oder Luisa Neubauer („Fridays for Future“). Neben ihnen sind u.a. mit dabei: Marina Abramovic, Shirin Neshat, Michael Madsen, Björk, David Bowie, Pussy Riot, T. C. Boyle, Isabella Rossellini, Willem Dafoe, Andreas Dresen, Ai Weiwei, Diane Kruger, Julian Schnabel, Sean Penn, Jim Jarmusch, Vivienne Westwood, Dennis Hopper.


Hermann Vaske

Seit mehr als 3 Jahrzehnten geht der deutsche Dokumentarfilmer und Produzent Hermann Vaske der Frage nach, was die Bedingungen für das Entstehen von Kreativität sind, oder was sie behindert. Das Prinzip des Vorgängerfilms, „Why Are We Creative„, eine Collage von Aussagen, Animationsbildern und Statements, setzt sich hier fort. Sehr unterhaltsam wird in „Why Are We (Not) Creative?“ eine illustre Schar an bekannten Menschen von Hermann Vaske befragt und dabei kann er auf ein umfangreiches Material zurückgreifen, was auch schon für den ersten Film zur Verfügung stand. Allerdings hat er für diesen Film längere Gespräche mit u.a. TC Boyle oder Shirin Neshat über die Fragen nach der Kreativität geführt. Das beginnt bei einem Ort, der Freiheit mit Langeweile verbindet und Autoren wie TC Boyle zum Schreiben bringt, und endet in einem totalitären Staat wie dem Iran, der Angst vor künstlerischer Kreativität hat und deshalb versucht, mit Angst und Zensur Grenzen zu setzten. Aber, so Shirin Neshat, Angst kann blockieren, muss es aber nicht.

Der jederzeit unterhaltsame und profunde Film ist aktuell und auch, wenn wir David Bowie nochmal erleben dürfen, liegt es letztlich an uns selbst, was uns kreativ werden lässt oder eben nicht. Die Möglichkeiten dazu sind heute mehr denn je gegeben und so können wir hier auch Anregungen finden, die uns helfen können.

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