„Er wollte keine Pophits schreiben“ Zum Tod von Richard H. Kirk / Mark Reeder im Gespräch mit Massimo Maio

Presslufthammer, Nachrichtenschnipsel, Gitarrenkrach: Mit der Band Cabaret Voltaire erforschte Richard H. Kirk, wie aus lärmenden Klängen Musik werden kann. Damit beeinflusste er auch Superstars wie Depeche Mode. Nun ist Kirk mit 65 Jahren gestorben.

Wo hört Popmusik auf – und wo beginnt Geräuschkunst? Diese Grenze erkundete der Richard H. Kirk mit seiner Band Cabaret Voltaire: Die britischen Musiker gelten als Pioniere des Industrial-Pop und als Dadaisten unter den New-Wave-Stars. An diesem Dienstag ist Bandgründer Kirk nun im Alter von 65 Jahren gestorben. 

„Richard wollte keine Pophits schreiben. Er war nicht interessiert an Charterfolgen oder sowas“, sagt der Musiker und Filmemacher Mark Reeder, ein langjähriger Freund von Kirk.

Dadaismus, Krach und Provokation

„Es war ein totales Chaos“, erinnert sich Reeder an das erste Konzert, das er von Cabaret Voltaire sah. Es sei kein konventioneller Gig gewesen, sondern dadaistisch und einfach Krach. „Aber es war interessant, denn es war nicht wie eine herkömmliche Punkband.“

Bereits Mitte der 70er-Jahre arbeiteten Cabaret Voltaire mit Presslufthammer-Sounds. „Richard war selber sehr ruhig und souverän“, sagt Reeder. „Aber er mochte diese Krachsounds.“ Auch an der Gitarre sei es ihm nicht um schöne Akkorde, sondern um Krach gegangen.



© Deutschlandfunk Kultur, Kompressor, 22.9.2021

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