Musiktipps

Dokumentation Morgen Abend 20.15 Uhr RBB: US-Musik in der DDR „Die Stimme Amerikas“

Der Film zeigt, wie amerikanische Musik nach 1945 zwischen die Fronten des Kalten Krieges gerät.
Heftige Debatten entzünden sich am Jazz, er wird lange Jahre als „Sirenengesang des Klassenfeinds“ verteufelt.

Die Vereinigten Staaten von Amerika besaßen in der DDR einen vielschichtigen Symbolgehalt. Beide Seiten, die Sympathisanten wie auch die Gegner der USA, sahen ihre Idee von der Neuen Welt in den unterschiedlichen Formen populärer Musik gespiegelt. Je nach Perspektive galt sie als dekadent oder erlösend. Amerika besaß einen Klang.

Die Stimme des fortschrittlichen, anderen Amerika entdeckt die Propaganda hingegen in schwarzen Volksliedtraditionen. 1960 kommt der Weltstar Paul Robeson als Staatsgast in die DDR, ein „Sänger des Friedens“. Fünf Jahre später tourt Louis Armstrong durch den Osten Deutschlands. Er öffnet so manche politische Tür für den Jazz…..

Einen besonderen Platz räumt der Film Etta Cameron (1939–2010) ein. Die afroamerikanische Sängerin kommt 1968 in die DDR und lebt fast fünf Jahre lang im Ostberliner Stadtteil Prenzlauer Berg. In ihrer Wahrnehmung fließen geradezu brennglasartig divergierende Amerikabilder zusammen. Weil sie sich simultan in verschiedenen gesellschaftlichen Milieus bewegt, in den Medien genauso zu Hause ist wie im Schutzraum der Kirche, fungiert Etta Cameron als Spiegel konkurrierender Interessen, Visionen und Sehnsüchte.

Der Film ist eine Produktion von armadafilm im Auftrag des Rundfunk Berlin-Brandenburg, gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

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Film von Michael Rauhut und Tom Franke

Erstausstrahlung am 08.11.2016/rbb

© RBB, Di 08.11.2016 | 20:15 | Doku & Reportage

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