„Draußen entsteht neue Magie“ Ambient Sounds aus Japan von Stephanie Grimm

Die coronabedingte Entschleunigung hat zu einer Renaissance von Ambient Sounds geführt. Besonders beliebt: Environmental Music aus Japan.

Corona gibt was auf die Ohren: Die vergangenen 16 Monate in der Pandemie haben nicht zuletzt auch Hörgewohnheiten verändert. Einerseits erweist sich Musik gerade seit 2020 als emotionaler Rettungsanker. Zugleich lernte man dabei, sie eher zweckorientiert zu nutzen: Die passenden BeatsPerMinute für den Outdoor-Sport, Gamelan aus Fernost, wenn das Fernweh allzu wehmütig stimmt, und schließlich etwas Entspannendes zum Runterkommen nach zu viel Zeit vor dem Bildschirm.

Dass Musik zunehmend als Bauelement für die Alltagsgestaltung konsumiert wird, war allerdings auch schon vor Corona ein bislang wenig beachteter Nebeneffekt unserer Strea­ming-­Gegenwart – und des Zugriffs auf Klangwelten aus aller Welt, der damit einhergeht. Der sorgte in den letzten Jahren unter anderem auch für ein Revival von Ambient Sound, genauer gesagt den minimalistisch-sphärischen Klangwelten, die in den 1980er Jahren in Japan entstanden sind.

Der etwas andere Sound ist dem Umstand geschuldet, dass Fujita neuerdings unter eigenem Namen all das vereint, was er früher in verschiedenen Konstellationen ausgelebt hat: Mit dem elektronischen Dubalias El Fog etwa und in der Kollaboration mit Jelinek. Nun verlässt er sich mehr als früher auf die Improvisation: „Ich suche nach freigeistigen Ausdrucksweisen. Dabei entsteht Musik, die im Ergebnis nicht immer perfekt klingt. Aber dafür steckt mehr Magie drin.“



© TAZ, Kultur, Musik, 11.6.2021

Danke, das Du meinen Beitrag kommentieren möchtest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: