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„Elektra“ Neubearbeitung von Sophokles

Nach den Hörspielfassungen von „Medea“(2016) und „Antigone“(2020) steht mit Elektra eine weitere Frauenfigur der griechischen Mythologie im Zentrum eines neuen Ö1 Hörspiels. In direkter, gegenwärtiger Sprache erzählt Helmut Peschina diesmal die Geschichte von Elektra.

Der jungen Frau, die mit Hilfe ihres Bruders Orest die Blutrache an ihrer Mutter und an ihrem Stiefvater plant und schließlich vollzieht. Nicht in großen Gesten wird diese Geschichte erzählt, es ist die nüchterne Interpretation der Schauspieler und Schauspielerinnen, die diese Tragödie so nachvollziehbar und gegenwärtig macht. Bereits Sophokles zeichnet in seiner dramatischen Bearbeitung des Elektra-Stoffs ein düsteres Bild. Die Fragen nach Schuld oder Unschuld, Recht und Unrecht bleiben auch in diesem Hörstück offen. Jede der im Zentrum der Handlung stehenden Frauen Elektra, Klytaimnestra, Chrysothemis hat gute Gründe für ihre Taten.

Nachdem Agamemnon, König von Mykene und Oberbefehlshaber der Griechen, siegreich aus dem Trojanischen Krieg zurückgekehrt war, ermordete ihn seine Ehefrau Klytaimnestra gemeinsam mit ihrem neuen Liebhaber Aigisthos aus Rache dafür, dass Agamemnon zu Beginn des Krieges ihre Tochter Iphigenie geopfert hatte. Seitdem herrscht sie an der Seite Aigisthos‘ über Mykene und hält ihre Töchter Elektra und Chrysothemis als Gefangene im Palast. Während sich Chrysothemis mit der Situation arrangiert hat, sinnt Elektra auf Rache. Seit vielen Jahren schon wartet sie auf die Rückkehr ihres Bruders Orestes, den sie als Kind in Sicherheit gebracht hat und der ihr beim ersehnten Mord an der Mutter und ihrem Geliebten zur Seite stehen soll. Doch dann erreicht Elektra die Nachricht, dass Orestes bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Elektra glaubt sich nun endgültig allein und ist entschlossen, den Vater auf eigene Faust zu rächen …



„Elektra“. Von Sophokles.
Übersetzung: Karl Wilhelm Ferdinand Solger.
Mit Sarah Viktoria Frick, Max Gindorff, Lilith Häßle, Dorothee Hartinger, Markus Hering, Michael König und Brigitte Karner.
Tongestaltung: Elmar Peinelt und Manuel Radinger.
Bearbeitung: Helmut Peschina.
Regie: Harald Krewer (ORF 2022)

© Ö1, Hörspiel, 26.11.2022

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