Essay: „Limitarismus“ Warum Reichtum Grenzen braucht
Die Philosophin und Ökonomin Ingrid Robeyns im Gespräch mit Andreas von Westphalen. Wer will, dass niemand in Armut lebt und zu viel Ungleichheit für schlecht hält, muss für eine Obergrenze für Vermögen sein. So lautet der Ausgangspunkt von Ingrid Robeyns, die ein altes Konzept von Aristoteles und Platon neu denkt: den Limitarismus.
Im Zentrum des sogenannten Limitarismus stehen moralische Fragen: Kann ein Mensch zu reich sein? Welche negativen Folgen hat exzessiver Reichtum und besteht ein Zusammenhang zwischen Reichtum und Armut? Es gibt aber auch grundsätzliche Einwände gegen den Limitarismus: Widerspricht eine Obergrenze nicht fundamental der Idee des freien Marktes und der Meritokratie? Und nicht zuletzt im Zentrum des Interviews: Wie könnte ein Limitarismus konkret umsetzbar sein?
Ingrid Robeyns promovierte nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften und der Philosophie an der University of Cambridge bei Amartya Sen. Heute hat sie den Lehrstuhl für Ethik der Institutionen an der Universität Utrecht inne und ist Mitglied der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften.
Andreas von Westphalen interviewte zuletzt für den Deutschlandfunk Thomas Piketty, Gabriel Zucman, Douglas Rushkoff sowie Michael Marmot.
© Deutschlandfunk, Essay und Diskurs, 25.5.2025