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Essay: Von der Kunst, das Klima zu retten

Der Kunstbetrieb ist mit seinen Messen und Ausstellungen Teil des Klimaproblems. Doch es gibt ein Umdenken, beschreibt der Kunsthistoriker Robert Fleck im Buch „Kunst und Ökologie“: von der Ökoavantgarde der Kunst der Nachkriegszeit bis heute.

Kunst ist Teil des Klimaproblems, nicht Teil seiner Lösung. Jedenfalls, wenn es darum geht, den Klimawandel zu verlangsamen. – Doch es gibt ein Umdenken im Kunstsystem. Und das heißt auch ein Erinnern an die Ökoavantgarde der Kunst der Nachkriegszeit.
Sammler, Kunstenthusiasten, Galeristinnen, Kunstwerke, Kuratorinnen fliegen Jahr für Jahr zu großen Kunstmessen oder Blockbusterausstellungen. Die mit erheblichem Aufwand verbundenen klimatischen Bedingungen in Museen, penibel festgelegt für den Leihverkehr von großen Ausstellungen, sorgen für erhebliche Klimabelastungen. Dies stellt Museen und den Kunstmarkt vor gravierende und folgenreiche Legitimationsfragen.
Dennoch war die Kunst in den 1960er- und 1970er-Jahren schon einmal auf dem Weg in eine ökologisch bewusste Zukunft. Etwa mit den sogenannten Neo-Waldprojekten von Friedensreich Hundertwasser in Frankreich, Italien oder Neuseeland in den 1950er- und 1960er-Jahren oder der Rheinwasseraufbereitungsanlage von Hans Haacke von 1972 bis hin zum 7000-Eichen-Projekt von Joseph Beuys bei der Kasseler Documenta 1982. Aber spätestens als der globale Neoliberalismus unendliche Geldmengen in das Kunstsystem pumpte, die Eventkultur auch die Kunst erreichte oder Aids die westlichen Gesellschaften erschütterte, waren ab Mitte der 1980er-Jahre die ökologischen Fragen „wie weggeblasen“. Aber heute gibt es kaum eine zeitgenössische Biennale oder Documenta, die um das Thema des Klimawandels herumkommt. Es ist Zeit, für die Kunst eine Klimabilanz zu ziehen.
Dieser Essay ist ein Auszug aus Robert Flecks Buch „Kunst und Ökologie“ (Edition Konturen).



© Deutschlandfunk, Essay und Diskurs, 12.5.2024

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