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Filmtipp: „20.000 Arten von Bienen“

Drama um ein achtjähriges baskisches Kind, das darauf besteht, kein Junge, sondern ein Mädchen zu sein, und damit eine Krise in seiner Familie auslöst.

Es hat etwas von einer Flucht. Der Abschluss des Schuljahres fiel für die Eltern Ane und Gorka mit peinlichen Anrufen und Gesprächen zusammen, die zwar ihr jüngstes Kind betrafen, aber für alle ihre drei Kinder Auswirkungen haben. Ane reist deshalb zu Sommerbeginn mit den Kindern vom französischen Baskenland in ihr spanisch-baskisches Heimatdorf, das sie längere Zeit gemieden hat. In dem Ort hat sich wenig verändert. Die versteckten Hausschlüssel liegen immer noch dort, wo sie auch früher zu finden waren, kirchliche Feste werden so feierlich begangen wie eh und je, und Anes Mutter Lourdes wacht ebenso weiter über die Skulpturen ihres verstorbenen Mannes wie Tante Lita über ihre Bienen.

Von Vorteil ist, dass die Bekannten nicht so genau über die Kinder Bescheid wissen, weshalb Bemerkungen über das „hübsche kleine Mädchen“ ohne Widerspruch bleiben. Ganz anders als zuhause in Bayonne, wo das Verhalten des achtjährigen Kindes Aitor in der ohnehin kriselnden Ehe von Ane und Gorka zu einem weiteren Streitpunkt geworden ist. Wie sollen sie mit ihrem Sohn umgehen, der offenbar lieber ein Mädchen wäre?




© Filmdienst, Juni 2023

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