Musiktipps

„Genau hinhören“ Die Alben des widerwilligen Frontmanns Rowland S. Howard wurden neu aufgelegt

Die brillante Musik des Gitarristen, These-Immortal-Souls-Chefs und Wegbegleiters von Nick Cave wurde zu wenig beachtet. Von Karl Fluch.

Rowland Stuart Howard verbrachte die späten 1970er-Jahre an der Seite von Nick Cave. Zuerst in der Band The Boys Next Door, später in der Birthday Party, deren selbstzerstörerischen Ritt von Australien nach England Howard als Gitarrist begleitet hatte. Sein originelles Instinktspiel besorgte dem Blues-Punk dieser Party den Funkenflug: gleißende Riffs, die die existenzielle Schräglage des Unternehmens unterstrichen.



Doch als Cave sich 1983/84 umorientierte und eine Solokarriere mit den Bad Seeds einschlug, zeichnete sich schnell ab, dass dort für das dominante Spiel Howards kein Platz sein würde. Der hagere Mann im Predigeranzug, mit der Hakennase und den Segelohren schmollte und heuerte bei den artverwandten Kollegen von Crime and the City Solution an. Wie Cave spielten Crime eine den US-amerikanischen Südstaaten-Mythen verpflichtete Musik, die hüfthoch im Blues-Gefühl watete. Doch auch dieser Gig war nicht von Dauer.




© Der Standard, Kultur, 15.4.2024

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